FPÖ verliert auch ohne BZÖ-Konkurrenz: Im Burgenland Wähler-Zahl mehr als halbiert
- Minus etwas weniger dramatisch als in Steiermark
Auch ohne Konkurrenz durch das im Frühjahr abgespaltene BZÖ musste die FPÖ bei der Landtagswahl im Burgenland einen herben Verlust hinnehmen. Der Wählerschwund war allerdings geringer als in der Vorwoche in der Steiermark. Dort verabschiedeten sich 61,6 Prozent der Wähler - ein Teil davon auch in Richtung BZÖ - und die Freiheitlichen flogen aus dem Landtag. Im Burgenland waren es heute "nur" 52,4 Prozent.
Seit dem Jahr 1999, als die FPÖ nach der Erfolgsserie der Ära Haider fast eine Million Landtagswähler hatte (genau 975.876), hat die FPÖ 48,8 Prozent ihrer Wähler verloren. Gerade noch 500.095 Wähler votierten in den jeweils letzten Wahlen in den neun Bundesländern für die FPÖ.
Seit dem Jahr 2000 haben die Freiheitlichen (auch bei den Bundeswahlen) keinen einzigen Wähler dazugewonnen - selbst in Kärnten nicht, wo Jörg Haider im Vorjahr die Spitzenposition verteidigte. Das war aber auch der einzige Anlass für Feiern bei der FPÖ seit ihrem Eintritt in die Bundesregierung.
Im September 2004 fuhr sie in Vorarlberg mit 14,47 Prozentpunkten das größte Minus ein, das jemals eine Partei bei Landtagswahlen hinnehmen musste. In Niederösterreich setzte es 2003 den niedrigsten Stimmenanteil, den je eine Landtagspartei hatte - und zwar 4,49 Prozent. Und seit der Wahlschlappe in der Vorwoche ist die FPÖ erstmals seit 1988 nicht mehr in allen Landtagen vertreten.
In der Steiermark fiel sie erstmals bei einer Landeswahl (wie bei der EU-Wahl auch) auf einen fünften Platz zurück. In drei Ländern sind die Blauen nur mehr viertstärkste Landtags-Kraft: In Niederösterreich, Oberösterreich und Tirol, wo sie bei den Wahlen 2003 von den Grünen überholt wurden. Den dritten Platz im Burgenland verteidigte die FPÖ nur knapp: Rund 1.000 Stimmen liegen die Grünen (laut dem vorläufigen Endergebnis) nur hinter ihnen.
(apa)
