SPÖ-Absolute dämpft Feierlaune der ÖVP: Freude über Zugewinne zeigt sich gedämpft
- SPÖ feiert mit Torte direkt im Eisenstädter Landhaus
- Die Grünen waren auch nur kurz in Jubelstimmung
Auf der Wahlparty der burgenländischen ÖVP in den ehemaligen Stallungen des Schlosses Esterhazy herrschte fast eine Ungläubigkeit darüber, dass es die SPÖ tatsächlich geschafft hat, die absolute Mehrheit zu erlangen. Die leichten Zugewinne der eigenen Partei sorgten für Freude, wenn auch für gedämpfte. Den Saal füllten vor allem die vielen jungen Mitglieder.
Am Buffet und bei burgenländischem Wein wurden die Ergebnisse diskutiert: "Zugewinn bleibt Zugewinn und der wird gefeiert", sagte eine junge ÖVP-Sympathisantin. Christian Sagartz - der ÖVP-Jugendkandidat sicherte sich heute seinen Platz im Landtag - stellte fest: "Wir feiern heute sicherlich. Fünf Wochen Wahlkampf - das ist Grund genug zum Feiern."
Auf Fernsehbildschirmen und auf die Wand projiziert verfolgten die Anwesenden die aktuelle Berichterstattung und die Ergebnisse aus den einzelnen Gemeinden. Jetzt ist klar, dass die SPÖ-Absolute nicht verhindert werden konnte. Die vergangenen Wahlkampf-Wochen wollen aber mit einem gebührenden Abschluss gefeiert werden und zumindest ein Ziel, das Plus an Stimmen, sei ja erreicht worden, so ein Teilnehmer.
Landhaus zur Party-Zentrale umfunktioniert
Das Eisenstädter Landhaus wurde am Sonntagabend von der SPÖ kurzerhand zur Wahlparty-Zentrale umfunktioniert: Als kurz nach 18.00 Uhr keine Zweifel mehr bestanden, dass auch die absolute Mehrheit geschafft wurde, brach im SPÖ-Klub frenetischer Jubel los.
Landeshauptmann Hans Niessl bekam von seinen Mitstreitern eine Torte überreicht, auf der bereits die Mandatszahl der einzelnen Parteien mit Zuckerguss aufgespritzt war. Ein SPÖ-Mitglied scherzte: "Die Torte haben wir eh schon vor fünf Tagen besorgt." Anschneiden durfte die Torte dann Bundesparteichef Alfred Gusenbauer, der - wie schon letzte Woche in der Steiermark - lautstark mitfeierte.
Blasmusik bei SPÖ-Feier
Bevor Niessl dann um 18.30 Uhr zur ORF-"Elefantenrunde" in den Landtagssitzungssaal ging, spielte für den alten und neuen Landeshauptmann in den Gängen des Landhauses auch noch eine Blasmusik-Kapelle auf. Während der TV-Runde skandierten die SP-Anhänger dann "Hansi Niessl"-Sprechchöre und machten sich auch während des Interviews mit ÖVP-Kandidat Franz Steindl lautstark mit Buh-Rufen bemerkbar.
Für einen Vorschlag von SP-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures wird es indes noch die Unterstützung des designierten steirischen Landeshauptmannes Franz Voves brauchen: Voves hat Niessl nämlich ein rotes Glückshufeisen für das Wahlkampffinale geliehen. Bures möchte das Hufeisen nun als Stafette zuerst an Wiens Bürgermeister Michael Häupl weiterreichen, der in zwei Wochen Wahltag hat und in weiterer Folge dann an Gusenbauer für die Nationalratswahl 2006. "Aber nur wenn Franz Voves einverstanden ist", so Bures.
Grüne nur kurz in Jubelstimmung
Eine Hand voll Leute war ins Büro der Grünen in der Eisenstädter Hauptstraße gekommen und blickte ungläubig auf die Monitore. Jubelstimmung kam nur ganz kurzzeitig auf, als es danach aussah, dass die Grünen die Freiheitlichen überholen könnten. Klubobfrau Grete Krojer wollte fast schon einen Trend erkennen.
Gefeiert wird trotzdem, es sei schließlich schon "super", dass die zwei Mandate gehalten werden konnten, so eine der Anwesenden. Der Stimmenzuwachs in bestimmten Gemeinden, vor allem den Heimatgemeinden der Kandidaten, sei ebenfalls sehr erfreulich. Die Grünen verlegten die Feiern später in ein Eisenstädter Gasthaus.
(apa/red)
