Sonntag, 9. Oktober 2005

Grete Krojer: Die Grünen bleiben im Burgenland auch nach Wahl 2005 blass!

  • Weiterhin nur Platz vier in der Wählergunst

Vor fünf Jahren gab es für Grete Krojer noch Grund zu Jubeln. Die Lehrerin hatte die Grünen erstmals in der Geschichte des Burgenlands in den Landtag geführt. Fünf Jahre später schaut die grüne Welt deutlich weniger rosig aus. Krojer muss Verluste auf ohnehin schon niedrigem Niveau verkraften.

Grete Krojer wurde am 31. März 1954 in Gols geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach dem Sportgymnasium in Wiener Neustadt absolvierte sie ein Lehramtsstudium und wurde AHS-Lehrerin für Geschichte, politische Bildung und Turnen. Politisch aktiv wurde Krojer zuerst bei der "Bürgerinitiative gegen Giftmüll" in Siegendorf, die gegen ein Recycling-Projekt auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik auftrat.

1992 kandidierte Krojer für die "Unabhängige Dorfliste Wulkaprodersdorf" und schaffte den Einzug in den Gemeinderat. Über die Zusammenarbeit von Bürgerinitiativen knüpfte sie Kontakte zu den Grünen, die sie 1996 gemeinsam mit Daniela Graf als Spitzenduo bei der Landtagswahl ins Rennen schickten. Allerdings verfehlten die Grünen damals vorerst noch deutlich die Fünf Prozent-Hürde.

Als Landessprecherin bemühte sich Krojer gemeinsam mit Landesgeschäftsführer Laci Geiger um Konsolidierung und Aufbau und holte die Partei nach dem Urnengang aus einem Stimmungstief. Schließlich wurde auch ihr persönlicher Einsatz belohnt: Bei der Landtagswahl am 3. Dezember 2000 gelang den Grünen erstmals der Einzug in den burgenländischen Landtag.

In einem Arbeitseinkommen mit der SPÖ vereinbarten die Grünen, im Landtag vertreten durch Krojer und Josko Vlasich, die gemeinsame Wahl von Hans Niessl zum Landeshauptmann. Festgeschrieben wurde auch die Umsetzung grüner Anliegen wie die Einrichtung eines Landesrechnungshofes, einer Umweltanwaltschaft und die Schaffung zweier Frauenhäuser im Burgenland.

Im Landtag setzte sich Krojer für den Ausbau der Bahn ein, beim Thema Straße zeigte die Klubchefin - ebenso wie bei der Bank Burgenland und der Proporzfrage in der Landesregierung - auch Emotionen und sprach sie sich wiederholt strikt gegen den Bau von "Transitschneisen" durch das Burgenland aus.

Zu ihren Anliegen zählen auch die Verbesserung der Kinderbetreuung sowie der Mobilität und der Gleichberechtigung der Frauen. Mitarbeiter schätzen an der Grünpolitikerin, dass sie ihre basisdemokratische Einstellung nicht abgelegt habe. Auch sei ihr in der persönlichen Begegnung Kritik lieber als Indifferenz beim Gesprächspartner.

Zu einem Lieblingsthema der Grünen avancierte in den vergangenen Monaten die seit Jahren von ihnen geforderte Abschaffung des Proporzes in der Landesregierung. Im Wahlkampf ließen sie, um ihr Anliegen zu verdeutlichen, zwei "Proporzdinos" in Rot und Schwarz aufmarschieren. Als Ziel für die Wahl steckte sich Krojer Platz drei im Landtag. Die Grünen blieben damit weiterhin "ein Wachstumsprojekt", wie dies die Klubobfrau gerne formuliert. (apa)

9.10.2005 16:16