Freitag, 7. Oktober 2005

Nicht mit "männlicher Heide Schmidt": FP- Strache mit schweren Geschützen vs. Haider

  • Parteichef schließt Wiedervereinigung mit BZÖ aus
  • Bei Wahlkampfschlussveranstaltung im Burgenland

Das gesamte freiheitliche Themen-Repertoire bekamen die FPÖ-Sympathisanten am Freitag nochmals bei der Wahlabschluss-Veranstaltung der Landespartei präsentiert. Dem Spitzenkandidaten Johann Tschürtz waren in der Eisenstädter Fußgängerzone die Landesthemen vorbehalten, Bundesparteichef Heinz Christian Strache, der sich in Wien in zwei Wochen selbst einer Landtagswahl stellen muss, holte zu einem Rundumschlag bei Bundes- und EU-Themen aus.

Die Band "Holiday Express" sowie Freibier und -mineral sollten für Stimmung sorgen, mehr als einige dutzend Passanten und Parteisympathisanten fanden sich aber dennoch nicht ein. Tschürtz bekräftigte nochmals, dass die FPÖ die einzige Heimat- und Kontrollpartei sei, beklagte, dass Landeshauptmann Hans Niessl (S) "ein Eigentor nach dem anderen" produzieren und wetterte gegen den Proporz im Land. Wenn die ÖVP davor warne, dass ohne SP-Parteibuch nichts mehr gehe, dann könne er "nur lachen", sagte Tschürtz. "Bei der Bauernkrankenkasse braucht man genauso ein schwarzes Parteibuch." Seine Hoffnung für die Wahlen am Sonntag: "Rot ist gleich Schwarz, aber der Himmel ist blau."

Etwas mehr Stimmung kam dann bei Strache auf. Den größten Applaus erntete er für seine Feststellung: "Mit einer männlichen Heide Schmidt, wie Jörg Haider das ist, wird es niemals eine Wiedervereinigung geben." Seine Aussage "Wer uns ein Mal verrät, wird uns wieder verraten", wurde mit einem "genau" im Publikum quittiert.

Inhaltlich versuchte er mit klassischen blauen Parolen zu Punkten, die derzeit auch in Wien zu hören sind und mit denen er noch vor einer Woche in der Steiermark um Unterstützung warb. Die FPÖ habe nach der Abspaltung des BZÖ wieder "eine Linie" und sei "der Hermann Maier der Innenpolitik". Bei der Sicherheit wird für Strache zu viel gespart, beim Thema EU habe man die Österreicher belogen und bei der Türkei-Frage habe Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) die Bevölkerung erst vor wenigen Tagen wieder "verkauft und verraten".

Hinsichtlich des Burgenland-Ergebnisses gab sich Strache optimistisch. "Am Sonntag werden wir etwas zu feiern haben." In den Umfragen liege man bereits wieder bei sechs bis acht Prozent.

ÖVP zog Bilanz über fünf intensive Wahlkampfwochen
Die burgenländische ÖVP-Spitze um LHStv. Franz Steindl trat am Freitag noch einmal gemeinsam vor die Presse und zog Bilanz über die vergangenen fünf Wochen. Neben den 110.000 ausgeteilten Kugelschreibern und 4.000 zurückgelegten Kilometern ging es dabei auch um das ÖVP-Programm "Pannonischer Lebensraum". Steindl bekräftigte erneut das Wahlziel: Stimmenzugewinn für die ÖVP und das Verhindern der SPÖ-Absoluten.

"Unser Slogan lautete 'Wir sind da' und bei unseren zahlreichen Hausbesuchen haben wir den Wahrheitsbeweis angetreten", sagte Steindl. Er selbst habe im Wahlkampf 106 der 171 burgenländischen Gemeinden besucht. Landesrätin Michaela Resetar, die rund 2.000 Hausbesuche absolviert habe, stellte fest, dass "die Menschen ein feines Gespür dafür haben, wenn es darum geht, Balance zu schaffen." Absolute Macht behage ihnen nicht.
(apa)

7.10.2005 12:02