Donnerstag, 6. Oktober 2005

Burgenland - Landeshauptmann Niessl: "Brauchen am Sonntag klare Verhältnisse"

  • SPÖ will nach 20 Jahren 18. Mandat wieder erreichen
  • Voves als "Überraschungsgast" beim Wahlabschluss

"Wir brauchen am kommenden Sonntag klare Verhältnisse" appellierte Burgenlands LH Hans Niessl am Donnerstag Abend an die Zuhörer beim SPÖ-Wahlabschluss in Oberschützen. "Das 18. Mandat, das können wir nach 20 Jahren wieder erreichen", lautete Niessls Botschaft für die verbleibenden Tage bis zur Wahl. Auch im Finish präsentierten sich die Sozialdemokraten ganz im Fußballer-Stil, Verstärkung erhielt das "Team Burgenland" dabei von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer und vom "Überraschungsgast", dem steirischen Wahlsieger Franz Voves.

Nach dem Einzug zur Melodie "Go West" von den Pet Shop Boys, mit dem Text "Rot-Gold ziehen wir durchs Land", zeichneten Niessl und Gusenbauer ein positives Bild von der Entwicklung des Burgenlandes, verbunden mit heftiger Kritik an der ÖVP auf Landes- und Bundesebene. Burgenland sei das Land, das in den letzten Jahrzehnten die sensationellste Entwicklung durchmachte, obwohl zuletzt die Bundesregierung es dem ländlichen Raum "nicht leicht gemacht" habe, meinte Gusenbauer, der auch den Plakat-Wahlkampf der ÖVP kommentierte: "Die Herrschaften wissen zwar, wogegen sie sind, aber nicht wofür sie sind", das sei "allemal zu wenig, um dieses Burgenland zu regieren".

Er habe "ein gutes Gefühl" für den Sonntag, so Gusenbauer: Einerseits, weil in Zeiten eines stärker werdenden Wettbewerbs soziale Gerechtigkeit ganz wichtig sei, andererseits weil nicht der "Schmutzkübel", sondern Leistung, Einsatzbereitschaft und Ehrlichkeit belohnt würden.

"Spezi-Pezi" von Voves für Niessl
Franz Voves schenkte Niessl sein Maskottchen "Spezi-Pezi" und übergab ihm ein rotes Hufeisen, das er selbst im Wahlkampf geschenkt bekam - "Ich leih' dir's aber nur bis zum Sonntag", meinte der steirische SPÖ-Chef, der auch seine Freude darüber bekundete, dass wir jetzt eine Achse Graz-Eisenstadt-Wien bilden können."

LH Niessl zog Bilanz: Die SPÖ habe bisher einen "fairen und intensiven" Wahlkampf geführt. Bis zum Sonntag müsse man das Tempo beibehalten: "Zulegen an Stimmen und Prozenten und das 18. Mandat zu erreichen, das ist unser ganz großes Ziel."

Das Ergebnis der steirischen Wahl sei "auch Denkzettel gegen eine Politik, die unter Schüssel, Lopatka und auch unter Franz Steindl im Burgenland eingerissen" sei, so Niessl. Auch im Burgenland sei der ländliche Raum geschwächt worden, der ÖVP-Chef habe mit den Landesräten Paul Rittsteuer und Karl Kaplan "ein Team verloren". Auch im Burgenland habe es in der Vergangenheit eine "Mistkübel-Kampagne" gegeben mit Postings im Internet und Unterstellungen, er sei überzeugt, dass auch die Burgenländer der Bundesregierung und Steindl am Sonntag "einen Denkzettel erteilen werden".

Im Gegenzug verwies Niessl auf die Wirtschaftsdaten des Burgenlandes, die "sich sehen lassen" könnten und lobte sein Regierungsteam mit den Landesräten Verena Dunst, Helmut Bieler und Peter Rezar. Den anderen Parteien gehe es stattdessen "in erster Linie um das Verhindern". Niessl kündigte erneut an, auch in den kommenden Jahren 1.000 Jobs jährlich schaffen und die Wohnbauförderung verbessern zu wollen. Eine neoliberale "Politik der Marke Schüssel und Bartenstein" wolle man hingegen im Burgenland nicht haben, so der SPÖ-Chef.

(apa/red)

6.10.2005 22:18