Burgenland-Wahlkampf biegt in Zielgerade:
Parteien üben sich in gegenseitiger Kritik
- SPÖ: "Bank Burgenland-Hysterisierung der ÖVP"
- VP-Steindl hofft: "SPÖ muss ordentlich verlieren"
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öffnen um 6.30 Uhr
Wahlschluss um 16 Uhr, Endergebnis um 19 Uhr
Der Wahlkampf zur burgenländischen Landtagswahl am kommenden Sonntag (9. Oktober) biegt in die Zielgerade. Die Parteien haben am Donnerstag mit den Abschluss-Pressekonferenzen begonnen und ihre gegenseitige Kritik bekräftigt. Inhaltlich Neues gibt es im Finale traditionell nicht, dafür schalten sich die Bundesparteien in die Wahlkampfrhetorik ein.
Für die SPÖ zog Landesgeschäftsführer Georg Pehm am Vormittag eine Bilanz "kurz vor der Ziellinie". Man habe mit Beschäftigung, Wirtschaft, Bildung und Gesundheit die richtigen Themen angesprochen und diese auch "entgegen der Bank Burgenland-Hysterisierung", die die ÖVP betrieben habe, durchgesetzt, zeigte sich Pehm überzeugt.
Die ÖVP zieht ihre Wahlkampf-Bilanz zwar erst am Freitag, Parteichef Franz Steindl ließ aber bereits am Donnerstag wissen, dass die ÖVP am Sonntag "garantiert einen schönen Erfolg feiern" werde. Und: Wenn der geplatzte Verkauf der Bank Burgenland Einfluss auf das Ergebnis habe, dann müsse die SPÖ "ordentlich verlieren", so Steindl.
Die Konfrontation SPÖ-ÖVP hat sich aber auch in Wien fortgesetzt: SP-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos, selbst Burgenländer, meinte, nach dem "historischen Erfolg" in der Steiermark werde die SPÖ auch im Burgenland zulegen. Der ÖVP warf er "Dirty Campaigning" vor und verwies auf Posting-Aktionen im Internet. Diesbezüglich sind im Burgenland zahlreiche Klagen anhängig, wobei die ÖVP hier offenbar nicht nachstehen will und ihrerseits rechtliche Schritte gegen Landeshauptmann Hans Niessl und Pehm wegen angeblich ehrenrühriger Aussagen angekündigt hat. Unterstützung für die Landes-VP gab es jedenfalls von Generalsekretär Reinhold Lopatka, der von einer "unverschämten Doppelmoral" bei der SPÖ sprach.
Für die FPÖ kritisierte Spitzenkandidat Johann Tschürtz bei seiner Bilanz-Pressekonferenz die Inhaltsleere des Wahlkampfes. Er bekräftigte, mit den Themen "Heimat und Kontrolle" punkten zu wollen und gab sich optimistisch, dass die Steiermark-Wahl, wo die FPÖ aus dem Landtag geflogen ist, keine negativen Folgen für die Burgenländische FPÖ haben wird. Zur wieder aufgeflammten Vereinigungs-Debatte mit dem BZÖ sagte er nur: "Jörg Haider soll uns endlich in Ruhe lassen." Tschürtz hofft, mehr als die in Umfragen prognostizierten fünf bis sechs Prozent erreichen zu können.
Die Grünen versuchten es am Donnerstag über die inhaltliche Schiene: Sie sprachen zum Thema "Umweltgifte im Grundwasser". Ihren Wahlabschluss veranstalten sie am Freitag in Neusiedl.
(apa/red)
