Freitag, 7. Oktober 2005

14-Jähriger verletzt Mitschüler mit Messer: Jugendlicher bleibt an Schule & wird betreut

  • Messerhandel an Grazer Hauptschule aufgeflogen!
  • Grazer Jugendlicher bedrohte Richterin - verurteilt!

Wenige Wochen nach der Bluttat in einer Wiener Schule werden nun auch in steirischen Hauptschulen Vorfälle mit Messern gemeldet: Wie erst jetzt bekannt wurde, hat bereits vor zwei Wochen ein 14-Jähriger Hauptschüler aus dem Bezirk Hartberg einem Mitschüler einen zwei Zentimeter langen Schnitt zugefügt. Der Schüler durfte in der Schule verbleiben, wird aber intensiv psychologisch betreut. Die Polizeiinspektion Graz meldete außerdem einen Messerhandel in einer städtischen Hauptschule.

Einen zwei Zentimeter langen Schnitt im Arm erlitt ein Schüler bei einem Zwischenfall in einer Hauptschule im Bezirk Hartberg: Josef Prassl, Büroleiter des amtsführenden Präsidenten des Landesschulrates, bestätigte im Gespräch mit der APA einen entsprechenden Bericht des ORF Steiermark vom Freitag. Der Vorfall habe sich bereits vor zwei Wochen ereignet.

Mit dem Schüler habe es wohl immer wieder Probleme gegeben und er sei auch schon von einem Verhaltenspsychologen betreut worden, weil er eine sehr bewegte Kindheit hinter sich habe. Im konkreten Fall habe der 14-Jährige seine Schulkollegen jedoch nicht "terrorisiert", sondern durch "Herumgefuchtle" unabsichtlich "leicht verletzt", schilderte Prassl. Der Vorfall habe sich außerhalb des Unterrichts abgespielt, das Messer habe der Jugendliche mitgebracht.

Schüler bleibt an der Schule
"Natürlich sind alle Vorfälle, in denen Schüler belästigt oder gar verletzt werden ernst zu nehmen", so Prassl. Der Direktor habe den Zwischenfall auch gleich dem Landesschulrat gemeldet sowie die Polizei informiert. Schulintern habe man entschieden, dass das Kind an der Schule bleiben darf und intensiv von einer Therapeutin und einer Beratungslehrerin betreut wird. "Wir wollen nichts herunterspielen, aber ein sozial benachteiligtes Kind muss auch dazulernen dürfen", hieß es dazu von Seiten des Landesschulrates.

Messerhandel an Grazer Hauptschule!
Der Direktor einer Hauptschule in Graz hatte bei der Polizei gemeldet, dass in seiner Schule mit Messern gehandelt werden würde. Ein ehemaliger Schüler habe an einen Jugendlichen ein Leatherman-Messer verkauft. Ein weiterer Deal kam nicht zu Stande weil der Preis zu hoch gewesen sei. Weiters sei eine Schülerin, die den Handel beobachtet hatte, bedroht worden nichts zu sagen, andernfalls würde sie krankenhausreif geschlagen.

16-jähriger Grazer bedrohte Richterin
Wilden Drohungen gegen eine Richterin des Grazer Straflandesgerichts hatte ein 16-jähriger ausgesprochen: "Irgendwann komme ich heraus und dann finde ich die Adresse heraus und sprenge sie in die Luft", äußerste er sich gegenüber seiner Bewährungshelferin über eine Richterin. Die Frau nahm die Drohung ernst und meldete den Vorfall. Der Jugendliche musste sich für seine Aussage verantworten. Er wurde schuldig gesprochen.

"Es stimmt, es ist einfach mit mir durchgegangen": Der Angeklagte Patrick S. machte gar keinen Versuch, irgendetwas zu beschönigen. "Ich hab' gedacht, das bleibt unter uns", meinte er allerdings. Er gab an, nicht damit gerechnet zu haben, dass die Bewährungshelferin über seine Drohung reden würde. "Sie kann so etwas einfach nicht verschweigen, was ist, wenn wirkliche etwas passiert", gab Richter Werner Zinkl zu bedenken.

"Waren Sie durch die Äußerung beunruhigt?", fragte der Staatsanwalt die Bewährungshelferin. "Ja", gab die Zeugin an. Patrick S., der drogenabhängig ist, soll zusammen mit zwei anderen einen Raub im Grazer Stadtpark begangen haben. Auf dieses Verfahren wartet er noch. Richter Werner Zinkl sprach ihn für die Drohung schuldig, jedoch ohne Strafe. "Sie haben das größere Verfahren noch vor sich, da wird das alles sicher mit berücksichtigt werden." Der Beschuldigte erbat sich Bedenkzeit, das Urteil ist nicht rechtskräftig. (apa/red)

7.10.2005 09:16