Donnerstag, 6. Oktober 2005

Kärnten versinkt im Regen: Murenabgänge und Überflutungen verursachen Schäden

  • Wetterbesserung erst für Sonntag angekündigt!
  • Katastrophenalarm in Lungauer Gemeinde ausgelöst

Kärnten versinkt im Regen: Der seit Tagen anhaltende Niederschlag hat zu einer Reihe von Schäden, vor allem zu Überflutungen und Murenabgängen, geführt. Auch Straßen wurden unterspült. Besonders schlimm war es im Gurktal, wo der Gurk-Fluss mehrere Häuser unter Wasser setzte. Erst für Sonntag wurde mit einem vorläufigen Ende der durch ein ausgedehntes Adriatief ausgelösten Niederschläge gerechnet.

In Haberberg im Bezirk Völkermarkt kam es am Mittwoch unterhalb eines Wohnhauses zu einer Hangrutschung, wodurch eine Gemeindestraße zur Gänze verlegt wurde. Entlang des Wölfnitzbaches in Unterrain und Lind sowie in Ruden wurden mehrere Grundstücke überflutet, in Kranitz kam es zu einer Verklausung des Wölfnitzbaches, wodurch die Lippitzbacher Straße auf einer Länge von rund 50 Metern überflutet wurde.

Mittwoch am Abend wurde die Teuchen Landesstraße in Innerteuchen (Gemeinde Arriach) im Bezirk Villach durch eine Erdmure verlegt, im Laufe der Nacht auf Donnerstag blockierte eine Mure im Bereich des so genannten "Platzgrabens" im Gemeindegebiet von Gmünd (Bezirk Spittal/Drau) die Trefflinger Landesstraße auf einer Länge von etwa 30 Metern. Weil ein Hang abzurutschen drohte, wurde die Straße für den gesamten Verkehr gesperrt. In Ebene Reichenau im Bezirk Feldkirchen wurde die Hochrindl Landesstraße an mehreren Stellen unterspült und musste ebenfalls für den Verkehr gesperrt werden.

Seit dem 2. Oktober lag die Niederschlagsmenge in mehreren Orten Kärntens deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. So fielen in Kötschach-Mauthen 146 statt der durchschnittlichen 133 Millimeter pro Quadratmeter, in Arriach 131 (112), in Dellach im Drautal 123 (110), auf der Flattnitz 115 (80) und in Villach 99 (84) Millimeter.

Laut Klagenfurter Wetterdienststelle bleibt bis Samstag ein Tief mit dem Kern im Bereich von Korsika für Kärnten wetterbestimmend. Von Südosten her gelangt demnach weiterhin feuchte Luft in das südlichste Bundesland, die Niederschlagsmengen sollten aber gering bleiben. Erst am Sonntag dürfte sich allmählich trockenere Luft durchsetzen.


Wegen andauernder Regenfälle kam es in der Lungauer Gemeinde Ramingstein zu zwei Murenabgängen und Erdrutschen. Wegen eines drohen Dammbruchs musste in der Nacht ein Wohnhaus evakuiert werden, vier Personen wurden in Sicherheit gebracht. Gegen Mitternacht wurde für Ramingstein Katastrophenalarm gegeben. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Bereits um 15.30 Uhr verschüttete eine Mure nach starken Regenfällen zwischen Madling und Ramingstein die Turracher Straße (B95) auf einer Länge von zirka 30 Metern mit 40 bis 50 Kubikmeter Geröll. Gegen 16.45 Uhr wurde die Turracher Straße erneut von einer Mure verlegt, deren Geröll ebenfalls beseitigt wurde. Zwischen Kendlbruck und der Landesgrenze Steiermark wurde die B95 erneut durch Muren verlegt, worauf das Teilstück zwischen Kendlbruck und Predlitz um 22.00 Uhr behördlich gesperrt werden musste.

Mit der Freigabe der Turracher Straße ist erst nach der Begutachtung eines Geologen am Donnerstag zu rechnen. Am Vormittag begutachtete der Landesgeologe die Situation in Ramingstein. (apa/red)

6.10.2005 09:22