Olympiasieger vor Gericht: Prozess gegen Schwarz wegen Mädchenhandels vertagt
- Weitere Anklage wegen Zuhälterei hinzugefügt
Olympiasieger Wolfgang Schwarz erneut vor Gericht: Mit dicker Sonnenbrille und Baseballkappe auf dem Kopf erschien der ehemalige Spitzensportler im Verhandlungssaal und musste sich erneut wegen versuchten Prostitutionshandels und Zuhälterei vor einem Schöffengericht (Vorsitz: Martina Krainz) verantworten. Schwarz bekannte sich nicht schuldig. Nach Vernehmung des Angeklagten und mehreren Zeugen wurde die Verhandlung vertagt.
Besonders die zahlreich anwesenden Journalisten wurden von Schwarz vor der Verhandlung lautstark begrüßt. Mit den Worten "Habt's genug Fotos?" raste er durch die Menge und verschwand eiligst im Verhandlungssaal.
Laut Anklageschrift soll der 58-Jährige zwei Litauerinnen, Rasa S. und Loreta D. im März sowie im April 2004 zur Prostitution nach Österreich gebracht und eine Beteiligung an ihren Einkünften angestrebt haben. Zudem wird Schwarz vorgeworfen, eine weitere junge Frau als Prostituierte in einem einschlägigen Etablissement in Niederösterreich untergebracht zu haben.
Mariana Alina F. soll dort ab April 2004 gearbeitet haben und dort 220 Euro pro Stunde bekommen haben. Laut Staatsanwältin Petra Staribacher musste sie 100 Euro an die Chefin des Bordells abgeben. Schwarz verlangte demnach noch 45 Euro, so dass der jungen Frau lediglich ein Drittel des Verdienstes übrig blieb. Laut Anklageschrift ist Schwarz zwei Mal die Woche gekommen, um mit F. abzurechnen.
Schwarz meinte, der jungen Frau lediglich einen Job in dem Etablissement verschafft zu haben. Kassiert habe er nichts, sagte er aus. Er habe sie jedoch zwischen Arbeitsstätte und Wohnung öfters hin und her geführt und dafür rund 200 Euro Benzingeld verlangt. "Ich bin ja kein Taxi", so Schwarz.
Die Chefin des Bordells erzählte, dass der 58-Jährige eines Tages mit "Alina" im Geschäft erschien und die junge Frau sich als Prostituierte vorstellen wollte. "Was hatten Sie für einen Eindruck, welche Rolle Herr Schwarz bei der Sache hatte", fragte die Staatsanwältin. Die Zeugin schätzte ihn als Begleitung ein. "Aber mit den Mädchen spreche ich immer alleine, mit Männern verhandle ich nicht." Dass Schwarz die Prostituierte herumkutschierte wusste die Bordellchefin. Aber dass F. etwas dafür gezahlt haben soll, könne sie sich nicht vorstellen. "Sie ist sehr sparsam und das ist gut so." (apa/red)
