Donnerstag, 29. September 2005

Nie wieder falsch auffahren? Ein neues Geisterfahrer-Warnsystem in Probebetrieb

  • Smart-Cams sollen automatisch Alarm schlagen
  • Der Endausbau ist mit 50 bis 60 Anlagen geplant

Die Asfinag setzt auch im Kampf gegen Geisterfahrer auf Telematik und Hightech: Gemeinsam mit Infrastrukturminister Hubert Gorbach (B) stellte Vorstand Franz Lückler in Graz ein Überwachungsystem vor, dass mittels digitaler "Smart-Kamera" Falschfahrer erkennen und Alarm geben soll. Die erste Anlage, von der nach einem Probebetrieb an vier Standorten österreichweit an 50 bis 60 problematischen Auffahrten installiert werden soll, steht in Gratkorn Süd an der A9, Pyhrnautobahn, nördlich von Graz.

Gorbach schilderte, dass das Falschfahren auf Autobahnen "alarmierende Ausmaße" angenommen habe: 2004 sei mit 550 Geisterfahrer-Meldungen ein Rekord verzeichnet worden, im ersten Halbjahr 2005 habe allein der Hitradio-Ö3-Verkehrsdienst 233 Meldungen verlautet, was wieder eine Steigerung von zehn Prozent bedeutet. 1987 bis 2004 habe es 89 Tote durch Geisterfahrerunfälle gegeben.

Asfinag-Vorstand Lückler betonte, dass das neue System, das europaweit erstmals in Probebetrieb gehe, als Ergänzung zu dem Verkehrsbeeinflussungsanlagen gedacht sei, das speziell an neuralgischen Anschlussstellen zur Anwendung kommen soll. Die benötigten 50 bis 60 Anlagen würden rund drei Mio. Euro kosten. Die ersten vier für den auf sechs Monate ausgelegten Probebetrieb werden neben in Gratkorn Süd auf der A7 in Linz-Bindermichl, der A12 in Tirol und der A4 im Burgenland installiert.

Das System basiert auf einer digitalen "Smart-Kamera", die selbsttätig Falschfahrer erkennen kann und Daten über das Asfinag-eigene Lichtwellenleiternetz in die Zentrale nach Inzersdorf überträgt. Dort veranlasst der Operator auf Grund der Bilder die notwendigen Schritte, automatisch werden vor Ort Warnhinweise für den Geisterfahrer und die anderen Verkehrsteilnehmer aktiviert.

Für Vizekanzler Gorbach ist dieses System ein weiterer Baustein in seiner Verkehrssicherheitskampagnen, die bis 2010 zur Halbierung der Verkehrstoten führen soll. Den Erfolg reklamiert das steirische BZÖ für sich. Das Bündnis habe "bereits vor Monaten genau jenes, heute vorgestellte Geisterfahrerwarnsystem, vorgeschlagen", wie es in einer Aussendung heißt. (apa)

29.9.2005 13:00