Montag, 26. September 2005

Nach kurzem Einknicken: Ölpreise sind durch Hurrikan wieder deutlich angestiegen

  • Bush will auf strategische Ölreserven zurückgreifen
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Die Ölpreise sind am Montagabend wieder kräftig gestiegen. Die Erleichterung über nur geringe Schäden für die US-Ölindustrie durch den Hurrikan "Rita" hatte den US-Ölpreis zunächst gedrückt. Am Abend zogen die Notierungen aber bereits wieder deutlich an.

Ein Barrel (159 Liter) leichtes US-Öl der Sorte WTI kostete im elektronischen Handel am New Yorker Warenterminmarkt zwischenzeitlich wieder 65,30 Dollar (54,3 Euro) und damit 1,11 Dollar mehr als bei Handelsschluss am Sonntag. Zeitweise war die Notierung unter 63 Dollar gerutscht. Auch in London wechselte der Ölpreis im Tagesverlauf die Richtung und legte zuletzt um 1,05 Dollar auf 63,49 Dollar für die Nordsee-Sorte Brent zu.

"Die erste Marktreaktion unterschätzte den kumulierten Effekt des Verlustes an Raffinerieprodukten durch die Wirbelstürme 'Katrina' und 'Rita' aus unserer Sicht", sagte Barclays-Capital-Experte Kevin Norrish. Derzeit ruhe die Produktion im Golf von Mexiko vollständig. Insgesamt summierten sich die Produktionsverluste nach Schätzungen auf 33,3 Millionen Barrel.

US-Präsident George W. Bush will nach dem Hurrikan "Rita" unterdessen zum zweiten Mal innerhalb eines Monats auf die strategische Erdölreserve der USA zurückgreifen. Raffinerien sollten mit Rohöl aus der Reserve versorgt werden, damit Produktionsausfälle nicht zu Lasten der Konsumenten gingen, sagte Bush am Montag in Washington. Der Präsident appellierte an die Autofahrer in den USA, auf unnötige Fahrten zu verzichten. Er empfahl, öffentliche Transportmittel zu benutzen oder Fahrgemeinschaften zu bilden. (apa/red)

26.9.2005 21:09