Montag, 26. September 2005

"Drängler, Schleicher und ältere Fahrer": So rasten Autofahrer am schnellsten aus!

  • Heimische Lenker versuchen Konflikte zu vermeiden
  • Umfrage: Mehrheit sieht sich als "defensive" Fahrer

Das alte Motto "Aug' um Aug', Zahn um Zahn" gilt nicht im österreichischen Straßenverkehr. Das ergab eine Umfrage, die gemeinsam von ÖAMTC und Ö3 unter 1.000 Pkw-Lenkern durchgeführt wurde. Die meisten würden versuchen, Konflikte zu vermeiden. "Aggressiv werden vor allem 'die anderen'. Nur jeder zehnte Autofahrer rastet selbst einmal aus. Als wichtigste Auslöser für Konflikte werden der tägliche Zeitdruck und Stress gesehen.

Da Frust und Freude die größten Alltagsphänomene beim Autofahren darstellen, haben der Autofahrerclub und die Ö3-Verkehrsredaktion versucht, den Emotionen der österreichischen Pkw-Lenker auf den Grund zu gehen." Zwei Drittel der Befragten gaben an, sie würden versuchen, Konflikte auf der Straße zu vermeiden und auf Aggression gelassen zu reagieren", berichtete ÖAMTC-Marktforscherin Eva Lackner. Ein Großteil habe gelernt, mit seinem Ärger umzugehen.

Offensichtlich ist die Diskrepanz in der eigene Wahrnehmung: Jeder zweite Lenker erlebt nach eigenen Angaben wöchentlich Aggression durch andere Autofahrer, aber nur jeder zehnte wird auch selbst aggressiv. "Auf Grund der subjektiven Sichtweise kommt es zu einer Täuschung", erklärte ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa, die unterschiedliche Wahrnehmung. "Wir begegnen einer Vielzahl an Fahrzeuglenkern. Da kann es schon passieren, dass man scheinbar öfter aggressives Verhalten erlebt, als man es an sich selbst beobachtet".

Am meisten würden die befragten Autofahrer Drängler, Schleicher und ältere Fahrer auf die Palme bringen. Die Senioren sehen sich hingegen als defensive Fahrer an, die sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lassen. Große Limousinen werden - vor allem von Kompaktwagen-Fahrern - als typische Frustrationsquellen abgestempelt. Wer selbst im Kleinwagen sitzt, ärgert sich meistens über Sportwagen-Lenker. Eine wahre Konfliktquelle ergibt sich aus dem Miteinander unterschiedlicher Verkehrsmittel. Wer auf vier Rädern unterwegs ist, ärgert sich insbesondere im Sommer häufig über Zweiradfahrer.

Aus der Umfrage ergab sich folgende Autofahrer-Typen: Die Mehrheit mit je 27 Prozent stellen die "gelassene Routiniers" und die "Defensiven" dar, wobei ersteren die Mobilität wichtig ist. Sie gaben auch an, dass sie gerne mit dem Auto unterwegs sind. Die "Defensiven" steigen recht selten und ungern in ihre Wägen und erleben Autofahren als notwendiges Übel. (apa/red)

26.9.2005 08:45