Dienstag, 27. September 2005

Weinwunder: US-Weinpapst Robert Parker adelt burgenländischen Rotwein "Goldberg"

  • FORMAT: Mit 93 Punkten Einzug in Weinbibel geschafft
  • Krachers Süßwein bislang einziger Tropfen aus Ö

Er ist der einflussreichste Weinkritiker der Welt: der Amerikaner Robert M. Parker, Jr. Seine 100-Punkte-Wertung ist so gefürchtet wie effizient. Weine, die von Parker mit über 90 Punkten bewertet werden, steigen blitzartig im Wert.

Bislang hat es nur ein einziger Winzer aus Österreich in Parkers Weinbibel geschafft: der burgenländische Süßweinmacher Alois Kracher, dessen außergewöhnliche Kreszenzen von Weinpapst Parker immer wieder hymnisch bejubelt werden. Jetzt hat der Amerikaner auch erstmals einen österreichischen Rotwein geadelt. Und wieder ist es ein Burgenländer. Der aus Schützen stammende Engelbert Prieler produziert schon lange zusammen mit seiner Familie ganz herausragende Weine. Sein Blaufränkisch "Goldberg" hat ihm nun 93 Parker-Punkte eingebracht und damit wohl dem Namen alle Ehre gemacht.

Burgenlands Weinwunder
Es sind Weinmacher wie Kracher oder Prieler, Namen wie Triebaumer, Nittnaus, Kollwentz, Umathum, Krutzler, Velich oder Heinrich, die für das "burgenländische Weinwunder" stehen. In kaum einer anderen Anbauregion hat sich die Weinmacherszene so eindrucksvoll entwickelt, sind derart viele Spitzenwinzer bemüht, großartige Weine herzustellen. Dabei steckte die Weinwirtschaft im Burgenland in den 70er und 80er Jahren tief in der Krise. In dieser Zeit wurde hauptsächlich Massenware produziert, 1985 führte diese Entwicklung sogar zum berühmt-berüchtigten "Weinskandal", der vor allem im Burgenland für einen beträchtlichen Imageschaden sorgte.

Boomende Weinmacherszene
Heute stammen aus dieser Region nicht nur die weltweit gefeierten Süßweine, sondern die besten Rotweine Österreichs, aber auch herausragende Weißweine. Burgenländische Winzer werden seit Jahren mit Preisen im In- und Ausland überhäuft. Das Geschäft boomt. Dieser neue Wohlstand lässt sich nicht zuletzt an den überall aus dem Boden schießenden Kellerneubauten erkennen, kühn gestalteten Monumenten einer boomenden Weinmacherszene. Wie etwa jener viel beachtete Designerkeller, den sich der smarte Jungwinzer Leo Hillinger aus Jois in die Landschaft stellen ließ. Oder die Winzerfamilien Heinrich (Gols), Weninger (Horitschon), Stiegelmar (Gols) oder Igler (Deutschkreutz), deren architektonisch bemerkenswerte Keller auch in technischer Hinsicht auf dem letzten Stand sind.

Die ganze Geschichte lesen Sie im FORMAT 38/05.

27.9.2005 12:44