Mittwoch, 28. September 2005

Chip für E-Unterschriften: Morak will jetzt
Bankkarte mit digitaler Signatur ankurbeln

  • Kartenumstellung bis zum Jahresende 2005 kostenlos
  • Online-Dienstleistungen von Behörden äußerst beliebt

Seit Februar gibt es in neuen Bankomatkarten einen Chip für "elektronische Unterschriften". Medien-Staatssekretär Franz Morak will jetzt die Nutzung digitaler Signaturen sowie die Umstellung alter Karten ankurbeln. Bis zum Jahresende 2005 ist die Aufrüstung kostenlos. E-Government, also Online-Dienstleistungen von Behörden, erfreuen sich in Österreich großer Beliebtheit; die Digi-Signatur kommt bis jetzt aber nur selten zum Einsatz.

Rang 2 bei E-Government
Anfang März attestierte eine EU-Studie Österreich europaweit den zweiten Platz bei der Online-Verfügbarkeit von Dienstleistungen der Behörden. Die Akzeptanz von E-Government und E-Business steigt, so Morak (V). Dennoch ist die tatsächliche Nutzung der digitalen Signatur noch relativ gering. Der so genannte "Bürger-PC" soll das laut Morak nun ändern.

Bankkarte und Mastercard können aufgerüstet werden
Schließlich könne jede Bankomatkarte und jede Mastercard durch einen signaturfähigen Chip zur "Bürgerkarte" werden, diese müssten nur aktiviert werden. Bisher gibt es mehr als 10.000 registrierte Karten am Markt, diese Zahl soll aber rasch ansteigen. An den erhofften 200.000 Kunden bis Ende 2005 ist man auf Grund von Problemen auf Lieferantenseite jedoch deutlich vorbeigeschrammt.

Sicherheit wird erhöht
Von jedem beliebigen Punkt können prinzipiell mit einem Laptop Rechtsgeschäfte abgeschlossen werden, erläuterte Morak. Die digitale Signatur - vergleichbar mit einem elektronischen Ausweis im Internet - soll der Abwicklung solcher Transaktionen die nötige Sicherheit geben. Dabei geht es etwa um elektronische Steuererklärungen, Online-Banking oder E-Mail-Verkehr. Für die Unterschrift auf einem Online-Formular wird eine digitale Signatur benötigt, und dafür braucht es die entsprechende Soft- und Hardware.

Kostenlose Kartenumstellung
Aus diesem Grund kam es für den "Bürger-PC" zu einer Zusammenarbeit des Staatssekretariats und der Firma Europay Austria mit der Media-Saturn GesmbH. Media Markt und Saturn verfügen als offizielle Registrierungsstellen über zertifizierte Chipkartenleser. Der Preis für ein Lesegerät liegt bei 27,95 Euro. Die Umstellung alter Maestro-Bankomatkarten auf den neuen signaturfähigen Chip erfolgt bis Jahresende gratis. Mit zehn Euro gefördert wird dagegen die Anschaffung eines Kartenlesegerätes: Bei der Aktivierung der Signatur auf Bankomatkarte und Mastercard gibt es demnach einen Gutschein in der Höhe von zehn Euro, mit dem das Kartenlesegerät 27,95 nur noch 17,95 Euro kostet. (apa/red)

28.9.2005 14:47