Mittwoch, 28. September 2005

Raubkopie mit Kamera: US-Gericht gibt der Filmindustrie nun recht: Erster Schuldspruch

  • Illegal mitgeschnittener Kinofilm im Net veröffentlicht
  • Mann droht jetzt Geldstrafe von bis zu 250.000 Dollar

Im Kampf gegen Raubkopien hat die US-Filmindustrie einen Sieg vor Gericht errungen: Erstmals wurde in den USA - gemäß einem neuen Gesetz - ein Kinobesucher schuldig gesprochen, der mit seiner Videokamera den Film aufzeichnete und dann ins Internet stellte. Dem Mann droht wegen Verletzung des Urheberrechtes eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Dollar sowie eine mehrjährige Haftstrafe, wie der Branchenverband Motion Picture Association of America (MPAA) mitteilte.

Ein 19-jähriger Kinomitarbeiter aus Missouri ist für das Abfilmen der Kinostreifen "Verliebt in eine Hexe" ("Bewitched") und "Der perfekte Mann" ("The Perfect Man") verurteilt worden, nachdem er sich schuldig bekannt hatte. Curtis Salisbury und seine Kollegen hätten die Filme mit einem Camcorder abgefilmt und im Internet veröffentlicht.

Im Rahmen der verdeckten Ermittlung "Copycat" seien, US-amerikanischen Medienberichten zufolge, der 19-Jährige sowie drei weitere Männer den Ermittlern im Großraum San Francisco ins Netz gegangen. Salisbury ist der erste US-Bürger, der aufgrund des in diesem April vom Kongress beschlossenen "Family Entertainment and Copyright Act" verurteilt wurde. Das neue Gesetz verbietet den Einsatz von Aufnahmegeräten in den Kinosälen und die Verbreitung von Raubkopien im Internet. Laut MPAA entstanden der Filmbranche im vergangenen Jahr durch Raubkopien Schäden in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar (2,9 Milliarden Euro). (apa/red)

28.9.2005 09:11