Freitag, 30. September 2005

USA geben Internet-Kontrolle nicht ab: EU will eine Übertragung an Vereinte Nationen

  • USA gegen Verhandlung der Frage beim UN-Gipfel
  • US-Delegations-Leiter: Frage "nationalen Interesses"

Die USA sperren sich gegen das Drängen der EU und anderer Länder, die Kontrolle über das Internet abzugeben. Der UN-Weltgipfel in Tunesien droht schon vor Beginn zu scheitern. Der Leiter der US-Delegation zur Vorbereitung des Gipfels, David Gross, sagte bei den Verhandlungen, die USA würden über diesen Punkt nicht verhandeln.

Gross kritisierte die Vorschläge der EU für die künftige Organisation der Netzverwaltung scharf, berichtet die Netzeitung. Die EU hatte vorgeschlagen, die Internet-Verwaltung einer Organisation der Vereinten Nationen zu übertragen. "Wir sind sehr enttäuscht über den Vorschlag der EU, denn er will die Vereinten Nationen mitten in die Verwaltung einer Menge technischer Dinge setzen", sagte Gross. "Das ist völlig unangemessen."

Beobachter rechnen nicht damit, dass sich die Nationen auf dem Vorbereitungstreffen in Genf noch über die künftige Verwaltung des Internets einig werden. Sie ist derzeit der Icann unterstellt, die von den USA dominiert wird. Eine Begründung für die harte Haltung der USA nannte Gross nicht. Er sagte lediglich, es handle sich um eine Frage "nationalen Interesses", so die Netzeitung. (red)

30.9.2005 13:55