Mittwoch, 28. September 2005

Neue NEWS-Serie Die Naturgewalten: Durch Klima-GAU sind Hurrikans gefährlich wie nie

  • Hurrikans sind die verheerendsten Stürme der Welt
  • Wie sie entstehen, woher sie ihre Energie erhalten

Nichts kann sie auf ihrem Weg aufhalten. Das NEWS-Wissenschafts-Dossier: Wie sie entstehen, woher sie ihre Energie erhalten – und warum sie immer heftiger werden.

Ringsum nichts als grau-schwarze Gewittertürme, die senkrecht in den Himmel wachsen. Die Luftmassen strömen wild ineinander und rotieren mit höllischem Tempo von über 300 km/h. Und mittendrin ein Flugzeug, gebeutelt von den schweren Turbulenzen. Plötzlich wird es ganz ruhig und gleißend hell. Die Propellermaschine des Typs Lockheed WP-3D Orion ist im ruhenden Pol des Hurrikans – dem so genannten Auge – angekommen. Für Navigator Lance Ashland ein atemberaubender Moment: „Das ist ein Gefühl, als wärst du inmitten eines gigantischen Football-Stadions aus Wolken. Über dir öffnet sich ringförmig der strahlend blaue Himmel, unter dir tobt der Ozean mit 20 Meter hohen Wellen.“

Ein Flug kann Tausende Menschenleben retten. Jetzt herrscht in der Maschine der „Hurricane Hunters“ Hochbetrieb. Eine kleine Fallschirmsonde wird abgefeuert, welche Daten zur Stärke und Richtung des Hurrikans erfassen soll. Alle zwei Sekunden werden Luftdruck, Feuchtigkeit und Windrichtung gemessen und zur Maschine gefunkt. 15 Experten analysieren die Daten und leiten sie zum National Hurricane Center in Miami weiter, einem Bunker mit zwei Meter dicken Betonwänden und schweren Metalltüren, die bei einer Sturmflut das Wasser abhalten sollen. Hier werten Meteorologen die Daten aus und aktualisieren die Prognosen.

Seit 1943 fliegen spezielle Messflugzeuge der US-Luftwaffe in die riesigen Tiefdruckwirbel. Bis zu 12 Stunden bleibt die Crew der sturmerprobten Hurrikan-Jäger bei ihren Einsätzen in der Luft. „Angst haben wir nicht, aber jede Menge Respekt vor den Superstürmen“, sagt Navigator Lance Ashland. „Wir haben nun mal eine Mission zu erfüllen, deshalb müssen wir da durch. Das ist der beste humanitäre Einsatz, den das Militär zu bieten hat. Wir sammeln Informationen. Die ersparen Menschen viel Leid, und manchen retten sie das Leben. Dafür lohnt sich das Risiko.“

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28.9.2005 17:35