NEWS-Duell: Feindbild Ausländer

Wahlkampf: Blau macht in Wien mobil gegen die rote Ausländerpolitik. Das Polit-Duell: SP-Stadträtin Sonja Wehsely gegen FP-Obmann Heinz-C. Strache.
"Die Ausländer": In allen Wahlgängen in Wien kocht das Thema von neuem hoch. Und wieder ist es die FPÖ, die für Pummerin statt Muezzin kämpft und behauptet: Jeder Asylwerber ist dem Bürgermeister mehr wert als die Wiener. Ob sie mit ihrem alten Lieblingsthema auch nur annähernd an ihr letztes Wien-Wahlergebnis (20,2 Prozent) herankommt, weiß man in gut drei Wochen. Für NEWS stritten Integrationsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) und der FPÖ-Spitzenkandidat Heinz-Christian Strache um Zuwanderung, Schulkinder und Integration.
NEWS: Herr Strache, Wien hat einen AusländerInnenanteil von 17,6 Prozent. Sie tun so, als ob Wien nie zuvor ein Ort des Zuzugs war. Wovor haben Sie eigentlich Angst?
Strache: Es geht nicht um Angst, sondern um Aufklärung. Denn die 17 Prozent sind sicherlich untertrieben. Laut Innenministerium haben wir 100.000 Illegale und 300.000 legal hier lebende Zuwanderer. Dazu haben wir in den letzten zehn Jahren vonseiten der SPÖ eine Einbürgerung von 150.000 Zuwanderern gehabt, viele davon haben vor der Zeit die Staatsbürgerschaft erhalten, können oftmals kein Wort Deutsch sprechen, und zur Einbürgerung haben sie dann auch gleich die Gemeindewohnung geschenkt bekommen. Bei der Integration ist vieles schief gelaufen.
Wehsely: Das ist Ihre immer gleiche Methode: Sie zeichnen Bilder, die nur einfach nicht der Realität entsprechen. Das Staatsbürgerschaftsgesetz ist ein Bundesgesetz. Die Einbürgerung ist österreichweit sehr ähnlich. Konkret im Jahr 2004: Da hatten wir in Wien 16.800 Einbürgerungen und nur 740 von Menschen, die weniger als zehn Jahre da waren. Da ich nicht an Ihrer Intelligenz kratzen möchte, sage ich: Sie sprechen die Unwahrheit. Dasselbe gilt für die Zahlen: In Wien gibt es 17,6 Prozent Menschen mit nicht österreichischer Staatsbürgerschaft, und das ist ein Faktum.
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