Mittwoch, 28. September 2005

Alarmstufe Rot

Der Wahlsonntag in der Steiermark wird für die ÖVP zum Polit-Thriller: Fällt jetzt die grüne Mark an die SPÖ, wankt bald auch Schüssel.
Das Rennen um Platz 1 in der Steiermark sorgt für Hochspannung. Und kann die nächste Bundeswahl mit entscheiden.

Für den Exeishockey-crack Franz Voves ist es angesichts des Foto-finishs um Platz eins bei der steirischen Landtagswahl völlig klar: Er wird Landeshauptmann Waltraud Klasnic, wenn es sich rechnerisch ausgeht, den finalen Body-check verpassen. Sein Vorbild: Wolfgang Schüssel, 2000 als Wahldritter Bundeskanzler geworden – daher gilt in der Steiermark ab Sonntag auch: Nur wenn Klasnic in der Landesregierung mit fünf von neun Sitzen absolut siegte, bliebe sie Landeshauptmann. In jedem anderen Fall werde das große Pokern beginnen. Dann, so Voves, werde die SPÖ auch als Zweiter mit allen verhandeln, um zu einer Landeshauptmannmehrheit jenseits der ÖVP zu kommen.

Schwarze Angst vor dem roten Oktober. Steiermark – Burgenland – Wien. Die Ausgangslage ist für die ÖVP fatal: In Wien kämpft Johannes „Gio“ Hahn von bescheidenen 16,3 Prozent aus um Platz zwei. Im Burgenland peilt SP-Landeschef Hans Niessl die Absolute an. Entscheidend für Schüssel ist die Steiermark: Dort droht der Verlust des zweiten schwarzen Kernlandes nach Salzburg, das Ende der sechzigjährigen ÖVP-Vorherrschaft.

Bundespolitisch hat die Kanzlerpartei längst ihre Verteidigungslinien bezogen, falls alle drei Landtagswahlen schlecht enden: „Wien und Burgenland sind in SPÖ-Hand – wenn die Steiermark fällt, waren es eben regionale Gründe.“ Für den „steirischen Schiss“, so Exwirtschaftsminister Hannes Fahrnleitner, sei Schüssel nicht verantwortlich.

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28.9.2005 16:58