Weiter Trend zu Handelsmarken : "Private Labels" holen auf gegenüber Marken auf
- Österreich mit 21 Prozent im europäischen Mittelfeld
- Kühlprodukte haben Papier und Plastik überholt
Der Trend zu Handelsmarken bei Konsumgütern setzt sich fort. In den 12 Monaten von Mai 2004 bis April 2005 erzielten so genannte "Private Labels" weltweit 17 Prozent des gesamten Umsatzvolumens, gegenüber 15 Prozent im Jahr 2003. Das entspricht einem Wachstum der Handelsmarken - also der Eigenmarken des Handels - von fünf Prozent. Die Herstellermarken konnten demgegenüber nur zwei Prozent zulegen. Österreich liegt mit einem Handelsmarkenanteil von 21 Prozent im europäischen Mittelfeld.
Zu diesen Ergebnissen kommt ACNielsen in der Studie "The Power of Private Label 2005". Untersucht wurden 14 Produktbereiche mit insgesamt 80 Kategorien in 38 Ländermärkten.
Den höchsten Stellenwert haben Handelsmarken in West-Europa. In den 17 von ACNielsen untersuchten Ländern (16 westeuropäische Länder und Israel, Anm.) liegt ihr Marktanteil bei 23 Prozent, die Wachstumsrate bei vier Prozent. Am höchsten ist der Marktanteil der Private Labels in der Schweiz (45 Prozent), mit einigem Abstand folgen Deutschland (30 Prozent), Großbritannien (28 Prozent), Spanien (26 Prozent) und Belgien (25 Prozent). Österreich liegt mit einem Anteil von 21 Prozent europaweit im Mittelfeld, innerhalb der 17 untersuchten Länder nimmt Österreich den 8. Platz ein. Wesentlich geringer sind Handelsmarken in Griechenland (4 Prozent) oder in Irland (7 Prozent) verbreitet.
In den osteuropäischen Ländern ist der Eigenmarkenanteil deutlich geringer, allerdings zeigen diese auch das stärkste Wachstum. Das Potenzial für Eigenmarken in diesen Märkten schätzt ACNielsen sehr hoch ein. Die Anteile der Eigenmarken in Kroatien, Tschechien, Ungarn und Slowakei lagen zwischen 2 und 10 Prozent.
Aufgegliedert nach Produktkategorien zeigt sich, dass der Bereich "Papierprodukte, Plastik- und Folienverpackungen" (Alu-, Frischhaltefolien und Küchenrollen) seine traditionelle Vorrangstellung eingebüßt hat. Im Jahr 2003 noch die Kategorie mit dem größten Umsatzvolumen im Handelsmarkensortiment, musste sie jetzt dem Bereich "Gekühlte Lebensmittel" (Milch, Käse, Fertigmenüs etc.) weichen.
Den Boom bei gekühlten Lebensmitteln wertet ACNielsen als Ergebnis einer Strategie: Statt auf Quantität setze der Einzelhandel bei den Handelsmarken nun verstärkt auf Qualität und platziere damit die hauseigenen Produkte in den Premium-Segmenten. Dabei sei gerade bei den Kühlprodukten der Preisunterschied zwischen Handels- und Herstellermarken mit 16 Prozent am geringsten. Im Vergleich dazu ist für alle 14 untersuchten Produktbereiche im weltweiten Durchschnitt eine Differenz von immerhin 31 Prozent zu verzeichnen.
Bei einer Untersuchung des Konsumentenverhaltens resümiert ACNielsen: Fast jeder kauft Handelsmarken-Produkte. In zwei Dritteln der untersuchten Märkte hatten sogar 100 Prozent aller Verbraucher im vergangenen Jahr entsprechende Produkte gekauft. (apa)
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