Freitag, 30. September 2005

BIP gestiegen: Österreichs Wirtschaft
wuchs im zweiten Quartal um 2,1 Prozent

  • Auslandsnachfrage ist um 1,1 Prozent höher
  • Prognosen für 2005/06 wieder zurückgeschraubt

Nach einer Wachstumsschwäche zu Jahresanfang ist Österreichs Wirtschaft im zweiten Quartal 2005 real um 0,4 Prozent gegenüber der Vorperiode expandiert, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut am Freitag mit. Damit wurde die im Vormonat publizierte Wifo-Schnellschätzung (plus 0,3 Prozent) leicht übertroffen. Im Vorjahresvergleich stieg die gesamtwirtschaftliche Produktion real um 2,1 Prozent.

Nachdem die Konjunktur 2004 günstig verlaufen war, erlahmten die Aufschwungkräfte im ersten Quartal 2005 merklich, die heimische Wirtschaft expandierte im Quartalsvergleich real um nur 0,1 Prozent, erklärte das Wifo. Im zweiten Quartal wuchs das um Saison- und Arbeitstagseffekte bereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) jedoch real um 0,4 Prozent gegenüber der Vorperiode.

Die Wachstumsimpulse kamen im zweiten Quartal hauptsächlich von der Auslandsnachfrage. Der Warenexport wurde deutlich gesteigert (plus 2 Prozent), die Dienstleistungsausfuhr nahm nur mäßig zu.

Das Wachstum des Konsums der privaten Haushalte war im zweiten Quartal mit plus 0,2 Prozent ähnlich verhalten wie im Vorquartal. Die Senkung der Einkommensteuer mit Anfang 2005 dürfte die Haushaltseinkommen nicht ausreichend ausgeweitet haben, um die dämpfenden Effekte der Preissteigerungen aufzufangen. Die öffentlichen Konsumausgaben behielten mit plus 0,3 Prozent ihren mäßigen Wachstumstrend bei.

Nach dem Auslaufen der Investitionszuwachsprämie mit Ende 2004 schrumpften die Bruttoanlageinvestitionen gegenüber der Vorperiode im ersten Quartal 2005 real um 1,1 Prozent, im zweiten Quartal um 0,9 Prozent. Vor allem die Ausrüstungsinvestitionen wurden eingeschränkt. Unterdurchschnittlich entwickelten sich im Vorquartalsvergleich auch die Bauinvestitionen.

Der stärkste Anstieg der Wertschöpfung wurde im zweiten Quartal in der Energie- und Wasserversorgung beobachtet, im Bank- und Versicherungswesen und in der Sachgüterproduktion. Ein Rückgang verzeichnete die öffentliche Verwaltung und der Bergbau.

BIP-Prognose für 2005 und 2006 leicht gesunken
Österreichs Wirtschaftsforschungsinstitute Wifo und IHS haben am Freitag ihre BIP-Prognose für 2005 und 2006 angesichts der anhaltend hohen Ölpreise abermals zurückgenommen, wenn auch nur leicht. Laut Wifo wird sich das Wirtschaftswachstum - nach 2,4 Prozent im Vorjahr - heuer auf 1,7 Prozent abschwächen und 2006 nur geringfügig auf 1,8 Prozent zulegen.

Bei ihrer letzten Prognose im Juni war das Wifo noch von 1,8 bzw. 1,9 Prozent Plus für heuer und 2006 ausgegangen, womit die Erwartungen schon um jeweils 0,4 Prozentpunkte gesenkt worden waren.

Das Institut für Höhere Studien (IHS) erwartet jetzt für heuer ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent und von 2,1 Prozent im kommenden Jahr. Das IHS hat damit seine Vorhersage um 0,1 bzw. 0,2 Prozentpunkte zurückgenommen, nachdem die Wachstumserwartungen schon im Juni um je 0,2 Prozentpunkte reduziert worden war.

(apa)

30.9.2005 11:38