Freitag, 30. September 2005

Neue Kampfjets für Österreich: Eigene EADS-Tochter regelt Eurofighter-Gegengeschäfte

  • Unternehmen will an den Lieferplänen festhalten
  • International großes Interesse an dem Fliegertypen

Nach der Eurofighter-Debatte im Nationalrat haben die Eurofighter-Verkäufer in ein neues Büro in der Wiener Innenstadt gebeten: Eine neue Tochterfirma des EADS- Konzerns soll die Abwicklung der Gegengeschäfte vorantreiben. Eurofighter-Chef Rauen betonte dabei, dass sein Unternehmen an dem nun bekannten Lieferplan festhalten wolle und werde.

Zuletzt war bekannt geworden, dass die ersten sechs Flugzeuge für Österreich aus der ersten Produktionstranche kommen werden. Erst später werden diese Maschinen auf den im Vertrag vereinbarten Standard aufgerüstet. SPÖ und Grüne sehen dank dieser Vorgangsweise eine Möglichkeit zum Ausstieg aus dem Vertrag. Das Verteidigungsministerium hingegen betonte, diese Variante sei im Kaufvertrag vorgesehen.

Dass die Tranche zwei für die ersten österreichischen Flugzeuge nicht rechtzeitig fertig wird, steht dabei offenbar schon länger fest. Verteidigungsressort und Eurofighter haben darüber bisher allerdings keine Auskunft gegeben. Rauen hatte entsprechende Fragen immer nur mit dem Hinweis beantwortet, sein Unternehmen stehe auf dem Boden des Vertrags.

Internationales Interesse am Eurofighter
Der Rüstungs-Manager berichtete nun, der Lieferplan für Österreich sei mit den vier am Eurofighter-Programm beteiligten Nationen abgestimmt. Mögliches Interesse an dem Flugzeug gebe es auch in zahlreichen weiteren Staaten wie Griechenland, Schweiz, Dänemark, Norwegen und Saudi-Arabien. Erst in den vergangenen Tagen habe man den Eurofighter zudem in der Türkei präsentiert.

Die neue Österreich-Tochter logiert unter dem Namen "Euro Business Development GmbH" (EBD) in der Wiener Innenstadt. EBD- Geschäftsführer Bergner sieht einen ersten Erfolg der Gegengeschäfte im zweiprozentigen Anteil der österreichischen Zulieferindustrie am Super-Airbus A380. Einen zumindest gleich hohen Anteil wolle man auch beim jetzt geplanten A350 erreichen. (apa/red)

30.9.2005 07:31