Donnerstag, 29. September 2005

Top-Karten für Andreas Hacker: Ex-McDonald's-Chef ist Herr über WM-Tickets

  • Sporteventagentur schnürt VIP-Packages ab 633 €
  • NEWS: Fußball-WM soll Visitenkarte von iSe werden

Wichtige Entscheidungen trifft man am besten schnell. So meint jedenfalls Topmanager Andreas Hacker, der vor gut zwei Monaten seinen Job als Vicepresident von McDonald's nach 28 Jahren an den Nagel gehängt hatte. "Ich habe zwanzig Sekunden gebraucht, um meinen neuen Job anzunehmen", schildert der frisch gebackene Boss der internationalen Sporteventagentur iSe im NEWS-Gespräch.

Auf die Frage, was genau seine Aufgabe als Boss der "International Sports & Entertainment AG" ist, meint Hacker: "Ich bin Gastgeber in den Opernhäusern des Fußballs." Tatsächlich ist seine 2003 von den beiden Werbekonzernen Dentsu und Publicis gegründete Agentur exklusiver Anbieter von Packages für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Rund 180 Millionen Euro musste die iSe der FIFA hinblättern und erhielt dafür zehn Prozent aller WM-Karten, rund 350.000 Tickets. Diese schnürt sie zu VIP-Packages.

Hacker schnürt VIP-Packages ab 633 Euro
Da man bei der Fußball-WM sämtliche Rekorde sprengen will, wird für diese WM-VIP-Packages das Feinste vom Feinsten aufgefahren. Rund 10.000 Kellner und 8.000 Hostessen wird Hackers iSe engagieren. Mit dem Besuch eines Fußballspiels wird das nur mehr am Rande zu tun haben. Die Events, für die eigene Zeltstädte errichtet werden, beginnen bis zu drei Stunden vor dem Spiel und dauern auch nach dem Schlusspfiff noch einmal so lange. "Als VIP-Gast kommen Sie über eine eigene Autobahnabfahrt direkt unter das Stadion, wo Hostessen auf Sie warten und Sie mit eigenem Lift direkt zu Ihrer Loge bringen. Dort werden Sie mit Champagner und Edelcatering verwöhnt", schildert Hacker. "Normalos" hingegen parken außerhalb des Sperrbereiches und pilgern drei Kilometer zum Stadion. Natürlich hat solcherart Komfort auch seinen Preis: Ab 633 Euro sind diese VIP-Karten zu haben. Damit ist man allerdings erst im "Premier"-Segment. Darüber sind noch die "Prestige"-Karten und als nächste Stufe die "Elite"-Pakete angesiedelt. Eine eigene Loge gibt es im vierten und besten Bereich, dem "Sky". Für eine 20-Personen-Loge in Berlin, die im Paket mit sechs Spielen inklusive Finale angeboten wird, legt man bis zu 336.000 Euro ab.

Agentur als Global Player aufbauen
Derzeit ist Hacker nur selten in einem seiner beiden Büros in Zürich bzw. Frankfurt anzutreffen. "Denn in Büros trifft man keine Kunden und verkauft nur selten etwas", so der neue iSe-Boss. Die WM, so sein Plan, soll zur Visitenkarte der Hospitality-Agentur (so der Fachbegriff) werden. Er will iSe zum Global Player machen, der Sportevents rund um den Globus zu "Ereignissen der Sonderklasse" macht. Sein nächstes Ziel ist die Fußball-EM 2008. "Aber der ÖFB muss noch einiges tun. Wenn man sich die neuen Stadien in Deutschland jetzt ansieht, so sind das Opernhäuser des Fußballs", schwärmt Hacker.

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29.9.2005 15:47