E-Card-"Kinderkrankheiten" auch in Tirol: Einige Daten dadurch verloren gegangen
- 376 der 835 Vertragsärzte an System angeschlossen
- An nächsten Ausbauschritten wird bereits gearbeitet
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"Kinderkrankheiten" gibt es bei der Einführung der E-Card offenbar auch in Tirol. Die Ärztekammer verwies darauf, dass durch die Systemprobleme "einige Daten" verloren gegangen seien. Derzeit seien 376 der 835 Vertragsärzte "online". Während es bei der Einführung noch ein wenig hapert, werden schon die ersten Ausbauschritte des E-Card-Systems geplant.
Verstärkt worden seien die Probleme in Tirol auch durch einen Ausfall bei der Telekom. Die Situation sei aber trotzdem "nicht chaotisch". Bei Fehlern müssten die Ärzte eben handschriftlich die Daten erfassen.
Die Fehler könnten unter anderem darin liegen, dass die Testphase bis zur Einführung zu kurz gewesen sei, vermutete der in der Interessensvertretung zuständige Abteilungsleiter Hermann Schöpf. Insgesamt seien in Tirol bisher 387.000 E-Cards versandt worden.
Weitere Ausbauschritte geplant
Die E-Card fungiert derzeit noch als reiner Krankenscheinersatz. In den nächsten ein bis zwei Jahren sind allerdings weitere Ausbauschritte vorgesehen. Von Seiten der Ärztekammer gab es zuletzt wegen aufgetretener Probleme bereits die Forderung, diesbezüglich auf die Bremse zu steigen. Im Folgenden die weiteren Pläne des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger mit der E-Card:
Derzeit haben rund 5,7 Millionen Österreicher bereits ihre E-Card in Händen. Von insgesamt 11.700 Vertragsärzten sind 6.700 schon an das E-Card-System angeschlossen. Der so genannte "Rollout" soll bis Ende November abgeschlossen sein. Von den Krankenhäusern ist derzeit nur das Hanusch-Spital in Wien einbezogen, einige weitere Spitäler sollen noch dieses Jahr folgen. Die meisten Krankenhäuser werden dann erst im nächsten Jahr an das System angeschlossen.
Chefärztliche Bewilligung via E-Card
Die E-Card soll aber künftig nicht nur als Krankenschein verwendet werden können. Laut Hauptverband kann das so genannte "Arzneimittelbewilligungsservice" voraussichtlich ab April 2006 von allen Ärzten genutzt werden. Gemeint ist damit, dass chefärztliche Bewilligungen über das E-Card-System eingeholt werden können. Die Software für dieses Service ist bereits fertig. Im Burgenland wird die Funktion schon bei 50 Ärzten im Probebetrieb getestet.
Derzeit noch in Entwicklung ist die Abwicklung der Vorsorgeuntersuchung Neu über die Karte. Im Hauptverband schätzt man, dass dieses Service im ersten Quartal 2006 in Anspruch genommen werden kann. Die Ärzte können damit mittels E-Card ersehen, für welche Leistungen der Vorsorgeuntersuchung Anspruch besteht bzw. welche Untersuchungen schon durchgeführt wurden. Nicht auf der Karte gespeichert werden allerdings medizinische Daten zum Gesundheitszustand des Patienten.
Elektronisches Rezept in Planung
Voraussichtlich erst im Jahr 2007 werden Überweisungen und Zuweisungen über die E-Card möglich sein. Hier sei man erst im "Planungsstadium", heißt es im Hauptverband. Ein Probebetrieb könnte nächstes Jahr erfolgen.
Ebenfalls erst 2007 kommen dürfte das "elektronische Rezept", mit dem sich die Ärzte das Ausstellen von Papier-Rezepten ersparen werden. Die Umsetzung dieses Projekts soll aber gemeinsam mit der Apothekerkammer und der Ärztekammer erfolgen, heißt es im Hauptverband. Daher werde es eben auch noch etwas länger dauern. (apa/red)
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