Nach Premiere-Börsengang: Großinvestoren
stoßen ihre Anteile am Fernsehsender ab
- Premiere-Chef Kofler danach größter Einzelaktionär
Gut ein halbes Jahr nach dem Börsengang des deutschen Pay-TV-Senders Premiere machen die beteiligten Finanzinvestoren - darunter aus Österreich die Gewerkschaftsbank BAWAG - Kasse.
Die Fernseh Holding III S..r.l. in Luxemburg verkaufe 20,76 Millionen Premiere-Aktien an institutionelle Investoren, teilte die Beteiligungsgesellschaft Permira mit.
In der Holding haben Permira, die BayernLB, die BAWAG und die Bank Austria-Mutter HypoVereinsbank (HVB) ihre Anteile gepoolt. Das Paket hat einen Börsenwert von fast einer halben Milliarde Euro. Permira war zuletzt mit 23,7 Prozent größter Einzelaktionär bei Premiere.
Auch die Anteile von BayernLB und HypoVereinsbank (bisher je 4,3 Prozent) und der BAWAG (1,5 Prozent) reduzieren sich entsprechend. Der Premiere-Aktienkurs sank zwischenzeitlich um 4,5 Prozent auf 23,40 Euro und befand sich damit unter den schwächsten MDax-Titeln.
Permira hatte vor zweieinhalb Jahren zunächst die Mehrheit an Premiere übernommen. BayernLB, Bawag und HypoVereinsbank kamen als Gläubiger der zusammengebrochenen KirchGruppe zu ihren Anteilen.
Laut Händlern bietet Lehman Brothers die Aktien in einer Spanne von 23.75 bis 24.25 Euro an. Die Papiere von Premiere waren beim Börsengang im März zu 28 Euro an den Markt gekommen.
Falls alle Aktien platziert werden, halten die Finanzinvestoren noch einen Anteil von 8,5 Prozent. Mit einer Beteiligung von 13,9 Prozent wäre Premiere-Chef Georg Kofler dann größter Einzelaktionär.
"Premiere" war der größte Börsegang in der deutschen Mediengeschichte gewesen. Zur Sanierung von Premiere Anfang 2003 waren die Gläubigerbanken mit eingestiegen, darunter auch die BAWAG. Diese Medienbeteiligung war ihr durch die Kirch-Krise zugefallen. (apa)
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