Dienstag, 27. September 2005

Billige Waren durch niedrige Kosten: Anteil der Diskonter in Österreich weiter im Steigen

  • Markenartikler und Supermärkte geraten unter Druck
  • Hofer besitzt den Löwenanteil. Zielpunkt auf Platz 2

Der Siegeszug der Diskonter geht ungebremst weiter: In Österreich beträgt ihr Marktanteil bereits mehr als 30 Prozent, Tendenz steigend. Damit liegt Österreich sogar vor Deutschland. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Roland Berger wird der Diskont- Anteil bis 2008 hier zu Lande noch auf 35 Prozent klettern. Markenartikler und Supermärkte geraten zunehmend unter Druck.

Roland Falb, Geschäftsführer von Roland Berger Österreich, bezifferte den Diskont-Umsatz in Österreich mit 4,5 Milliarden Euro. Platzhirsch ist Hofer mit einem Anteil von 61 Prozent, gefolgt von Zielpunkt (15 Prozent) und Mondo (zwölf Prozent), Lidl hält bei sechs Prozent. Falb rechnet zwar mit einer Zunahme des Diskont-Anteils in Österreich, jedoch nicht mit neuen Markteinstiegen. Auch bei Schuhen, Textilien und im Do-it-Yourself- Bereich seien Diskonter in Österreich zu finden. Grundsätzlich gebe es nämlich keine Produktkategorie, wo keine Diskonter möglich seien.

Das Erfolgsrezept der Diskonter sieht Falb in ihrem sehr konsequent geführten Konzept und der schlanken, einfachen Organisation mit einer bewussten Reduzierung des Komforts für die Kunden, was wiederum Kosten spare. Auch die Akzeptanz unter den Konsumenten habe zugenommen. Marktanteile dazugewinnen werden die Diskonter laut Roland Berger weil sich das Produktangebot erweitere und die Diskonter zunehmend auch in Spezialthemen wie Asian Food gehen.

Auf Grund des komplett anderen Geschäftsmodells werden "Supermärkte nie gegen Diskonter erfolgreich sein" und müssten sich durch gezielte Maßnahmen wie Regionalisierung, Bedienung der Kunden oder auch über die Öffnungszeiten von den Diskontmärkten abheben. Rabattschlachten seien dagegen eine "Sackgassen-Strategie", bei der lediglich "Geld vernichtet wird". (apa)

27.9.2005 14:14