Siemens lässt die VA Tech erneut prüfen: Unregelmäßigkeiten bei Elin aufgetaucht?
- Spekulationen über Millionenverluste des Konzerns
- Österreich-Boss Hochleitner plant interne Revision
Der deutsche Siemens-Konzern plant eine nachträgliche Wirtschaftsprüfung der von ihr im Mai übernommenen VA Tech, nachdem über Millionenverluste bei der Unternehmens-Tochter Elin EBG spekuliert wurde. Im "Handelsblatt" kündigte Siemens-Österreich-Chef Albert Hochleitner nach einer Krisensitzung in der Wiener Zentrale eine - zunächst interne - Revision bei der VA Tech an.
Laut einem Bericht des "Standard" sollen Unregelmäßigkeiten bei der Hamburger Elin EBG-Niederlassung aufgetaucht sein. Die zuständigen Projektmanager hätten das Unternehmen bereits verlassen, ein Schaden von bis zu 70 Millionen Euro sei möglich, hieß es. Laut "Wirtschaftsblatt" soll außerdem auch die Niederlassung in Moskau auf dem Prüfstand stehen, "um ein ähnliches Debakel zu verhindern".
Hochleitner meinte im "Handelsblatt" zu den Spekulationen: "Gänzlich ausschließen kann man nichts". Gleichzeitig bestätigte er, dass es es vor der Übernahme der VA Tech keine tiefer gehende Prüfung des Unternehmens gegeben habe. "Uns hatte der VA Tech-Vorstand keine Due Diligence angeboten. Es ist uns lediglich eine Planung vorgelegt worden, die wir, wie in solchen Fällen üblich, durch unsere eigenen Berechnungen relativiert haben", so Hochleitner in der Zeitung.
Das Unternehmen hatte keine Stellungnahme zu den befürchteten Millionenverlusten bei der VA Tech abgeben wollen.
Der frühere VA Tech-Chef und im Vorstand damals auch für Elin EBG Verantwortliche, Klaus Sernetz hat unterdessen Vorwürfe gegen seine Person präventiv zurückgewiesen. Ich habe das Unternehmen neun Jahre lang erfolgreich geführt und fühle mich daher nicht angesprochen", sagte Sernetz im "Wirtschaftsblatt". Die Kontrolle durch einen zweiten Leiter, der vom Stammhaus entsendet wurde, durch Projektkontrollen und regelmäßige Meetings sei "überall gleich" gewesen. (apa/red)
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