Premiere-Chef Kofler kritisiert den ORF:
"Bewegt sich in rechtlichen Grauzonen"
- "trend/Bestseller": Neue Spartenkanäle bedenklich
- Schlechte Rahmenbedingungen für Privatfernsehen
Die Rahmenbedingungen für Privatfernsehen in Österreich sind denkbar schlecht", kritisiert Georg Kofler, der Vorstandsvorsitzende der deutschen Premiere AG, die heimische Medienpolitik. In einem Interview für das aktuelle "trend/Bestseller"-Medienspezial, ein Gemeinschaftsprodukt des Wirtschaftsmagazins "trend" mit dem Branchenmagazin "Bestseller", sagt Kofler weiter: "Private stehen in Konkurrenz zu einem öffentlich-rechtlichen Sender, der mit fast unerschöpflichen Mitteln aus Gebührengeldern alle Segmente des TV-Geschäfts dominiert: Programm, Produktion und Werbung. Obendrein bewegt sich der ORF permanent in rechtlichen Grauzonen, um seine Einnahmen aus Werbung auszubauen - der einzigen Einnahmequelle für private Free-TV-Sender."
Zu den Ambitionen des ORF, in Zukunft auch digitale terrestrische Spartenkanäle für Information, Sport und Kultur oder möglicherweise auch einen Wettkanal betreiben zu wollen, erklärt Kofler: "Das sind sehr ambitionierte Pläne, zu denen ich dem ORF leider nicht alles Gute wünschen kann, denn er verletzt in weiteren Bereichen seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag und betreibt präventive Marktverstopfung auf Kosten der Gebührenzahler und des Marktes."
Auch zu der Erklärung von ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel, wonach er die Ausstrahlungsrechte für heimische Ski-Weltcup-Rennen nicht Premiere, sondern weiterhin dem ORF verkaufen wolle, nimmt Kofler erstmals Stellung und erklärt, in dieser Causa nicht kapitulieren zu wollen: "Ganz im Gegenteil, ich bin überzeugt, dass die österreichische Wettbewerbsbehörde die Aussagen von Herrn Schröcksnadel mit Interesse zur Kenntnis genommen hat."
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