Was nun Herr Hickersberger? Entscheidung über Teamchef-Posten noch nicht gefallen
- Rapid-Coach von ÖFB-Vorgehensweise nicht angetan
- Edlinger fordert rasche Lösung noch im Oktober
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Rapid-Coach gibt Stickler prinzipielle Zusage
Rapid-Meistermacher Josef Hickersberger hat sich nach dem Bundesliga-Spitzenspiel seiner Mannschaft bei FC Superfund Pasching (2:0 für die Oberösterreicher) über seine vom ÖFB ausgehende Bestellung zum Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft geäußert. Hickersberger sagte dabei im Premiere-Interview, dass "in nächster Zeit Gespräche mit dem ÖFB geführt werden" und dass er die Verhandlungen innerhalb von drei Wochen entschieden haben möchte.
Auch Rapid-Präsident Rudolf Edlinger, der Hickersberger schon vor dem ÖFB-Vorstoß ein attraktives Angebot für eine Verlängerung bis 2008 vorgelegte hatte, ist für eine Entscheidung noch im Oktober. "In drei Wochen muss die Sache aus Rücksichtnahme auf Rapid und die Mannschaft vom Tisch sein", erklärte Hickersberger am Samstag. Der Erfolgscoach war trotz Grippe mit seiner Mannschaft nach Pasching gereist. "Wenn ich in so einer schwierigen Situation für den Trainer Hickersberger und Rapid nicht dabei gewesen wäre, wäre das fatal gewesen."
Der ÖFB hatte Hickersberger nach der Bundesliga-Präsidentenkonferenz vergangenen Montag als Wunschkandidaten für die Nachfolge von Hans Krankl, dessen bis Jahresende laufender Vertrag nicht verlängert wurde, ausgegeben und in einer Aussendung bereits als "designierten Teamchef" bezeichnet. ÖFB-Präsident Friedrich Stickler knüpfte sogar sein Amt an die mit Spannung erwartete Entscheidung Hickersbergers.
Dieser bremste aber vorerst einmal die Euphorie: "Zunächst freut es mich, dass ich als Teamchef in Frage komme. Wir verhandeln aber. Und bei Verhandlungen kann man nie sagen, dass sie gut ausgehen. Oft passiert sogar das Gegenteil von dem, was man erwartet", erklärte der 57-jährige Amstettener, der beim österreichischen Rekordmeister noch bis Sommer 2006 einen Vertrag hat und laut eigenen Angaben gewohnt ist, seine "Verträge auch zu erfüllen". Das habe er seinerzeit auch Stickler gesagt. Daher brauche Stickler das Einverständnis in Form einer "Verhandlungserlaubnis" von Rapid-Präsident Rudolf Edlinger, der seinen Trainer in Hütteldorf halten, ihm jedoch auch keine Steine in den Weg legen will.
Von der Form, in der der ÖFB mit seiner Entscheidung an die Öffentlichkeit gegangen ist, zeigte sich Hickersberger wenig angetan. "Der Zeitpunkt hat mich wirklich gestört", gab der Rapid-Coach offen zu. Die Entscheidung sei ohnehin schwer genug, werde aber keineswegs von der finanziellen Qualität des von Edlinger vorgelegten Rapid-Angebotes beeinflusst. "Mir kommt es nicht auf die Vertragsqualität an, sondern auf Rapid", erklärte Hickersberger, der das Amt des ÖFB-Teamchefs schon von 1987 bis 1990 bekleidet hatte. Nach der Teilnahme an der WM-Endrunde 1990 musste der Ex-Nationalspieler nach einer 0:1-Blamage auf den Färöern den Sessel räumen. (apa/red)
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