Montag, 26. September 2005

Drei Musketiere statt Krankl: Trainer-Trio Herzog, Ruttensteiner, Kovacic als Teamchef

  • Erste Bewährungsprobe nächste Woche in England
  • PLUS: Der Kader für die WM-Quali - Lasnik neu dabei

Ein Trio unter Letztverantwortung von Willi Ruttensteiner wird die österreichische Nationalmannschaft in den ausstehenden zwei WM-Qualifikationsspielen gegen England (8. Oktober, 17:00 Uhr, in Manchester) und Nordirland (12. Oktober, 20:30 Uhr in Wien) betreuen. Der bisherige U21-Teamchef soll mit Rekord-Teamspieler Andreas Herzog und Teamchef-Assistent Slavko Kovacic sowie Tormann-Trainer Otto Konrad die WM-Qualifikation ordentlich zu Ende bringen.

Der bisherige Teamchef Hans Krankl war von seinen Aufgaben einvernehmlich entbunden worden, der designierte Nachfolger Josef Hickersberger erhält von Rapid erst Ende der Herbstsaison die Freigabe.

Ruttensteiner ist mit der organisatorischen Vorbereitung betraut worden. ÖFB-Präsident Friedrich Stickler legte sich auf das Trio fest. "Wir haben jetzt ein Dreier-Team, das die Mannschaft betreuen wird. Das ist kein Diskussions-Klub, das sind drei Kollegen mit viel Erfahrung. Alle drei werden die Mannschaft gemeinsam vorbereiten, wenn es einen Konflikt geben sollte, hat Ruttensteiner die letzte Entscheidung", legte Stickler die Kompetenzen fest.

Team-Manager Herzog ist Österreichs Bierhoff
Ruttensteiner, der als Technischer Direktor fungiert, ist seit sechs Jahren beim ÖFB und hat das U21-Team fast 50 Mal gecoacht. Kovacic war fast vier Jahre an der Seite von Krankl Teamchef-Assistent, Herzog, mit 103 Länderspielen Österreichs Rekord-Teamspieler, ist seit rund einem Jahr beim Verband und wird nun als Team-Manager geführt. "Herzog ist gedacht in einer Rolle wie Oliver Bierhoff in Deutschland, als Verbindungsglied zur Mannschaft", sagte Stickler.

Dass er sich die Rolle als Team-Manager oder eine ähnliche auch für die Zukunft vorstellen kann, daraus macht Herzog kein Geheimnis. "Es würde mich schon reizen. Aber vor zwei, drei Tagen war ich noch gar nichts. Dann ist der Anruf gekommen, ob ich mithelfen will", erklärte er. Auch ÖFB-Präsident Friedrich Stickler sieht es offenbar ähnlich. "Andreas Herzog ist ein wertvoller und guter Mitarbeiter. Ich sehe in der Zukunft für ihn einen wichtigen Platz im ÖFB. Ich schließe nichts aus", betonte er.

Hickersberger und Herzog im Doppelpack?
Bekannt ist auch, dass Herzog ein ausgezeichnetes Verhältnis zum designierten Teamchef Josef Hickersberger hat. Zuletzt überlieferte Herzog an den aktuellen Rapid-Trainer seine Eindrücke von der Partie Bayern München - FC Brügge (1:0), beides Gegner der Rapidler in der Champions League. "Ich habe mir das Spiel angeschaut und hatte mit Hickersberger Kontakt. Rapid kann Brügge packen", sagt Herzog, der anlässlich des "Tag des Sports" auch schon weiter in seine Zukunft geblickt hatte: "Mein Ziel ist es, als Spieler und Trainer zur WM zu kommen."

Austria-Youngster Lasnik neu im Kader dabei
Der Kader des Trios mit den sechs Legionären Jürgen Macho (Kaiserslautern), Andreas Ibertsberger (Freiburg), Emanuel Pogatetz (Middlesbrough), Rückkehrer Paul Scharner (Brann Bergen), Martin Stranzl (VfB Stuttgart) und Markus Weissenberger (Eintracht Frankfurt) sowie Debütant Andreas Lasnik von der Austria ist sehr von Krankl geprägt. "Wir haben eine sehr gute Arbeit vom Teamchef vorgefunden und dieses Wissen ausgenützt", betont Ruttensteiner, der am Sonntag noch einen 23. Spieler nachnominieren wird.

Seine Person will der Oberösterreicher nicht in den Vordergrund rücken. "Es geht nicht um einen Traum von mir, sondern darum, für den ÖFB eine Top-Leistung abzurufen. Ich habe mit meinen Kollegen einen professionellen Job abzuliefern und will mich voll auf die Arbeit auf dem Platz konzentrieren", so Ruttensteiner. "Am schönsten wäre es, wenn man nach dem England-Spiel sagt: Diese Mannschaft hat Potenzial."

Länderspiel gegen Belgien geplant
Wie es nach dem Nordirland-Spiel weiter geht, ist noch offen. Geplant ist am 12. November in Innsbruck ein Länderspiel gegen Belgien, das hängt allerdings davon ob, ob die Belgier in die WM-Relegation kommen oder nicht. Wer im Falle des Zustandekommens dieser Partie das Team führt, ist noch offen. Mit Hickersberger hat Stickler seit seiner Designierung am Montag nicht mehr gesprochen, mit dem Rapid-Trainer und dessen Klub-Präsident Rudolf Edlinger stehen in den nächsten Tagen und Wochen Verhandlungen an.

Die Jahresplanung inklusive einem angesetzten Trainingslager zu Jahresbeginn ist in Ausarbeitung. "An der Festlegung der Länderspiel-Gegner arbeiten Generalsekretär (Anm.: Alfred Ludwig) und Teamchef", sagt Stickler. Welcher Teamchef? "Das werden wir in den nächsten Tagen und Wochen festlegen." Stickler: "Wir haben einen designierten Teamchef. Es wird ein Zeitpunkt kommen, wo wir nicht über Zeitpunkt und Wahl reden, sondern über fachliche Qualifikation." (apa/red)

26.9.2005 15:20