Montag, 26. September 2005

Teamchef-Posten: Trainer Hickersberger & Präsident Edlinger spielen einander Ball zu

  • Ex-Finanzminister: "Er muss entscheiden, was er will"
  • Rapid-Coach: "Zuerst Edlinger und Stickler reden"

In punkto Teamchef-Frage spielen einander Rapid-Trainer Josef Hickersberger und sein Präsident Rudolf Edlinger gegenseitig die Bälle zu. "In erster Linie muss er selber entscheiden, was er will", meinte Edlinger. Für "Hicke" stellt sich die Situation anders dar. "Sollte ich Kandidat sein, müssten zuerst Edlinger und ÖFB-Chef Stickler miteinander reden."

Tatsache ist, dass Hickersberger bei Rapid bis Saisonende unter Vertrag steht, aber seit Wochen als Nachfolger von Hans Krankl gehandelt wird und diesbezüglich auch schon von ÖFB-Generalsekretär Alfred Ludwig kontaktiert wurde. "Ludwig hat mich vor Kurzem angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, Teamchef zu werden. Ich habe gesagt, dass ich es mir schon vorstellen kann, aber keine Ausstiegsklausel habe und nicht von Rapid weg will, denn das ist der beste Klub in Österreich."

Die Ansicht Edlingers, nur er selbst könne über seine Zukunft entscheiden, weist Hickersberger zurück. "Wenn der Ball bei mir liegt, dann spiele ich ihn mit einem Befreiungsschlag ganz weit weg ins gegnerische Feld", meinte der Meistermacher.

Die ständigen Fragen zu diesem Thema haben ihre Wirkung auf das Nervenkostüm des 57-Jährigen nicht verfehlt. "Ich kann nicht permanent dazu Stellung nehmen, das ist mühsam. Ich habe eine Aufgabe bei Rapid, auf die ich mich wirklich konzentrieren will", erklärte Hickersberger, der sich gut vorstellen kann, über 2006 hinaus in Wien-Hütteldorf zu bleiben.

Auch Edlinger hält ein längeres Engagement seines Erfolgstrainers für möglich. "Ich bin mir sicher, dass er gern bei uns ist." Sollte Hickersberger bei ihm den Wunsch nach einem Wechsel auf die ÖFB-Betreuerbank deponieren, würde ihm der ehemalige Finanzminister aber keine Steine in den Weg legen. "Ich würde das tun, was zu seiner Befindlichkeit beiträgt."

Der Rapid-Boss führte in der vergangenen Woche Gespräche mit dem früheren Teamchef, in dem nicht nur eine Vertragsverlängerung (Edlinger: "In dieser Sache will ich noch in diesem Jahr eine Entscheidung"), sondern auch die Unmutsäußerungen von Hickersberger bezüglich seiner Champions-League-Prämien zur Sprache kamen. "Diese Unstimmigkeiten sind ausgeräumt", betonte Edlinger.

(apa)

26.9.2005 10:48