Elfmeter vorenthalten: Liverpool nach 0:0 gegen Chelsea über Schiedsrichter erbost!
- Chelsea-Coach Mourinho: "War ein faires Ergebnis"
- Raul erfolgreichster Torschütze in Königsklasse
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Der Champions-League-Hit Liverpool - Chelsea hat am Mittwoch die hohen Erwartungen zwar nicht erfüllt, dafür aber auch noch lange nach dem Schlusspfiff für heftige Diskussionen gesorgt. Grund dafür war ein Fauxpas von Schiedsrichter Massimo De Santis, der die WM-Quali-Partie Polen - Österreich (2:3) geleitet hatte. Der Italiener übersah beim 0:0 an der Anfield Road ein Handspiel von Chelsea-Verteidiger William Gallas und verwehrte den "Reds" damit einen fälligen Elfmeter.
Liverpool-Coach Rafael Benitez polterte nach der Fehlentscheidung. "Es war ganz klar Hands, unglaublich. In engen Spielen entscheiden kleine Details, und das war ein großes Detail", ärgerte sich der Spanier, der von zwei verlorenen Punkten sprach, "weil wir die bessere Mannschaft waren."
Chelseas streitbarer Coach Jose Mourinho schätzte die Partie naturgemäß etwas anders ein. "Das war ein faires Ergebnis. Keiner hätte einen Sieg verdient gehabt", sagte der Portugiese, dessen Elf nach acht Erfolgen en suite erstmals in dieser Saison den Platz nicht als Sieger verließ. Die bisher letzte Niederlage kassierte der englische Meister im Halbfinal-Rückspiel der Königsklasse beim 0:1 am 3. Mai in Liverpool, als die Hausherren dank eines umstrittenen Treffers von Luis Garcia ins Endspiel einzogen.
Der damalige Endspiel-Gegner AC Milan befindet sich als Tabellenführer der Gruppe E (das Parallelspiel Fenerbahce - Eindhoven endete 3:0) nach dem 2:2 "auf Schalke" schon wieder auf Kurs Richtung Achtelfinale. In dieser Partie traf der Niederländer Clarence Seedorf bereits nach 21 Sekunden zum 1:0 für die Mailänder und sorgte damit in seiner 100. Europacup-Partie für den drittschnellsten Treffer in der Geschichte der Champions League.
Historisches gelang auch Real Madrid-Star Raul, der beim 2:1-Heimsieg der "Königlichen" gegen Olympiakos sein 50. Eliteliga-Tor erzielte und damit erfolgreichster Goalgetter in der Geschichte des wichtigsten Europacup-Bewerbs ist. Der Spanier, der zu seinem ersten CL-Treffer seit vergangenen November kam, übertraf Real-Legende Alfredo di Stefano, der bis 1964 im damaligen Meistercup 49 Mal eingenetzt hatte.
Die Madrilenen mussten allerdings bis zur 86. Minute warten, ehe der eingewechselte Soldado den 2:1-Erfolg sicherstellte. "Wir hätten schon vorher unsere vielen Chancen nützen müssen", kritisierte Trainer Vanderlei Luxemburgo, der den zweifachen Assistgeber David Beckham besonders hervorhob. "Er spielt schon seit längerer Zeit sehr stark, das war nicht die erste gute Partie, die er für uns gemacht hat."
Trotz des Sieges liegt Real in Gruppe F nur auf Platz drei hinter dem perfekt gestarteten französischen Meister Olympique Lyon (1:0 daheim gegen Rosenborg Trondheim) und den Norwegern.
Sensation von Petrzalka
In Gruppe H sorgte Petrzalka Preßburg für die Sensation des Abends. Der slowakische Außenseiter setzte sich auswärts gegen den FC Porto 3:2 durch, obwohl der Champions-League-Sieger von 2004 bereits 2:0 geführt hatte. Die Tabellenspitze übernahm Inter Mailand durch einen ungefährdeten 1:0-Sieg im leeren Meazza-Stadion (wegen der Ausschreitungen gegen Milan war von der UEFA ein "Geisterspiel" verordnet worden) gegen den bisherigen Spitzenreiter Glasgow Rangers.
Nach dem Ende der zweiten Runde in der Gruppenphase ist Anderlecht (0:1 daheim gegen Betis) neben Rapid der einzige Klub ohne Punkt und Tor. Auch Brügge, Werder Bremen, Olympiakos und FC Porto sind mit zwei Niederlagen gestartet, haben aber zumindest einen Treffer erzielt. Noch ohne Tor, dafür aber mit zumindest einem Zähler, stehen Villarreal und Lille da.
(apa)
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