Mittwoch, 28. September 2005

Debakel statt Aufstieg: GAK scheitert in
der ersten UEFA-Cup-Runde an Straßburg

  • 0:5 bei Racing - Mit 0:7 Gesamtscore ausgeschieden
  • GAK im Rückspiel gegen die Franzosen chancenlos

Vom erhofften Fußball-Wunder und dem Aufstieg in die Gruppenphase des UEFA-Cup ist der GAK sehr weit entfernt geblieben. Stattdessen setzte es für die Grazer bei Racing Straßburg eine auch in dieser Höhe verdiente 0:5-(0:2)-Pleite und damit das Europacup-Aus. Ein Haggui-Kopfball besiegelte bereits in der 6. Minute das Schicksal das österreichischen Vizemeisters, ehe Alexander Farnerud (40.), dessen Bruder Pontus Farnerud (50.), Le Pen (59.) und Hosni (68.) den Kantersieg für die überlegenen Elsässer fixierten.

Die Grazer erlebten in Frankreich ein klassisches Deja-vu, wurde von den Elsässern erneut bereits in der Anfangsphase kalt erwischt. Hatte im Hinspiel in Graz Kapitän Pagis bereits nach 24 Sekunden das taktische Konzept von GAK-Trainer Walter Schachner über den Haufen geworfen, so dauerte es in Straßburg deren 303, ehe Verteidiger Haggui einen Corner von rechts per Aufsitzer-Kopfball im Fünfmeterraum völlig freistehend verwertete.

Der GAK, in er vergangenen Saison nach überstandener Gruppenphase erst in der Runde der letzten 32 knapp an Middlesbrough (2:2,1:2) gescheitert waren, reagierte geschockt, öffnete den Gastgebern mit Abwehrfehlern am Fließband Tür und Torchancen. Pagis (11.), Kante (12.) und Lacour (13.) scheiterten im Minutentakt, ehe die schwedischen Farnerud-Brüder sowie Le Pen und Hosni mit sehenswerten Toren für die zweithöchste Niederlage des GAK in dessen Europacup-Geschichte sorgten. Lediglich 1964/65 hatten sich die Grazer dem NK Zagreb zu Hause höher (0:6) geschlagen geben müssen.

GAK-Trainer Schachner war am Morgen nach der Niederlage schon ein bisschen friedlicher aufgelegt. "Mir ist in der Nacht eingefallen, dass auch Happel einmal 0:9 verloren hat (möglicherweise meinte er das 1:9 mit dem FC Tirol bei Real Madrid/Anm.), das hat mich aufgerichtet". Allerdings kündigte er ein "Gespräch unter Männern" und ein "Donnerwetter" an.

Straßburg in allen Belangen überlegen
Der Racing Club präsentierte sich keinesfalls wie der nach neun Runden noch sieglose Tabellenvorletzte der französischen Ligue 1, war wie schon im Hinspiel die zweikampfstärkere, technisch bessere und daher klar überlegene Mannschaft. Der GAK erreichte auch im Rückspiel nicht Normalform, verpasste als logische Konsequenz den Einzug in die lukrative Gruppenphase. Dort war man in der vergangenen Saison noch als Gruppendritter mit AZ Alkmaar und Auxerre gegenüber den Glasgow Rangers und Amica Wronki (POL) aufgestiegen.

Gegen Straßburg waren die Grazer aber bei 1:18-Torschüssen chancenlos. Während GAK-Keeper Schranz mehrmals sogar außerhalb seines Strafraums gegen groß aufspielende Straßburger klären musste, griff Racing-Goalie Cassard einzig und allein bei einer Standfest-Flanke entscheidend ein (15.). Das 2:0 hatte sich bei Chancen für Pagis (34.) und Kante (36.) bereits lange Zeit abgezeichnet, ehe Alexander Farnerud ein Geschenk der indisponierten GAK-Innenverteidiger Ehmann und Sonnleitner nach Boka-Flanke dankend annahm.

In Halbzeit zwei in ein Debakel
Nach Seitenwechsel entwischte Pontus Farnerud der GAK-Abwehr, sorgte dafür, dass Straßburg im elften Anlauf erstmals in dieser Saison mehr als zwei Tore in einem Spiel erzielte. Le Pen setzte mit einem Volley-Treffer noch einen drauf, ehe der Ägypter Hosni nach ebenso schönem Doppelpass mit Gmamdia unhaltbar für Schranz zum 5:0 einschoss. Der GAK-Goalie war es aber, der die Grazer mehrmals - allen voran bei einem Le Pen-Kopfball (78.) vor einer noch größeren Blamage bewahrte.

Die höchste Europacup-Auswärtsniederlage verhinderte aber auch er nicht. Dabei haben die Straßburger mit Ausnahme der beiden Partien gegen den österreichischen Vizemeister in der laufenden Saison noch kein Spiel gewonnen, zog aber nach einer wahren Fußball-Demonstration mit dem Gesamtscore von 7:0 in die Gruppenphase ein.


Racing Straßburg - GAK 5:0 (2:0)
Stade de la Meinau, 12.184 Zuschauer, SR Messina/ITA

Tore: 1:0 (6.) Haggui, 2:0 (40.) A. Farnerud, 3:0 (50.) P. Farnerud, 4:0 (59.) Le Pen, 5:0 (68.) Hosni

Straßburg: Cassard - Deroff, Haggui, Kante, Boka - Lacour (63. Johansen), P. Farnerud, Hosni, Le Pen - A. Farnerud (72. Arrache), Pagis (59. Gmamdia)

GAK: Schranz - Plassnegger, Ehmann, Sonnleitner, Majstorovic - Standfest, Bleidelis, Demo (54. Sick), Amerhauser - Bazina (74. Muratovic), Kollmann (64. Junuzovic)

Gelbe Karten: Plassnegger (im nächsten EC-Spiel gesperrt), Sick

Straßburg mit dem Gesamtscore von 7:0 in der Gruppenphase.

(apa/red)

28.9.2005 13:31