Montag, 26. September 2005

Vor heutigem CL-Schlager in Turin: Juve-Trainer Capello hat Respekt vor Rapid!

  • Meistermacher warnt vor Standards und Kontern
  • Angreifer Del Piero: "Es spielen immer elf gegen elf"

Laut Fabio Capello, Trainer des italienischen Fußball-Rekordmeisters Juventus, ist das Champions-League-Heimspiel heute (20:45 Uhr/live auf networld.at) gegen Rapid alles andere als eine klare Angelegenheit für seine Mannschaft. "Rapid hat eine gute Mannschaft, die ihre Grenzen kennt und ihre Stärken benützen wird, um zu gewinnen", vermutet der Meistermacher.

Der 59-Jährige hat sich mittlerweile mit dem Auftritt der Hütteldorfer gegen die Bayern beschäftigt und seine Lehren daraus gezogen. "Wir müssen vorsichtig sein, weil Rapid aus Standard-Situationen und Kontern immer gefährlich ist", sagte der Erfolgstrainer, der am vergangenen Samstag beim 2:1 in Parma zum 600. Mal in der Serie A auf der Betreuerbank gesessen war.

Capello brachte es als Trainer bisher auf sieben Meistertitel. 1991 blieb AC Milan unter seiner Führung auf dem Weg zum "Scudetto" ungeschlagen, was davor und danach unerreicht blieb. Bis 1996 gewann der Coach mit den Mailändern insgesamt vier Mal die Meisterschaft und 1994 auch die Champions League, ehe er zu Real Madrid wechselte und mit dem "weißen Ballett" auf Anhieb nationaler Champion wurde. 2001 bescherte er AS Roma den ersten Serie-A-Triumph nach 18 Jahren. Im Sommer des Vorjahres zog es ihn von Rom nach Turin, wo er Juventus gleich zum Champion machte.

Capello: "Müssen unbedingt drei Punkte holen"
Bei allem höflichen Respekt - Capello lässt keinen Zweifel daran, dass er unbedingt einen Sieg will. "Für uns ist das eines der wichtigsten Spiele, denn danach spielen wir zwei Mal gegen die Bayern, und da kann alles passieren. Also müssen wir unbedingt drei Punkte holen", forderte der Coach, dessen Elf am Wochenende im großen Serie-A-Schlager gegen Inter Mailand antritt. "Aber dieses Spiel ist überhaupt kein Thema, wir konzentrieren uns voll auf Rapid."

Juventus erwischte mit sechs Siegen in sechs Partien (fünf in der Meisterschaft, einer in der Champions League beim 2:1-Auswärtssieg gegen Brügge) einen Traumstart in die neue Saison, doch auf dem bereits Erreichtem will sich Capello nicht ausruhen. "Es ist wichtig, das hohe Niveau zu halten und immer zu versuchen, sich weiter zu steigern."

Steigern muss sich auch Alessandro del Piero, um wieder zu einem echten Stammspieler zu werden. "Aber ich fühle mich nicht als Ersatzspieler, sondern bereite mich konzentriert auf jedes Match vor, egal ob ich eine oder 90 Minuten spiele", meinte der Offensivspieler, der sich "gern an Rapid zurückerinnert." Kein Wunder, erzielte der Internationale doch vor fast neun Jahren beim 5:0 der "alten Dame" gegen die Hütteldorfer zwei Treffer.

Del Piero setzt vor allem auf den Heimvorteil, das fast 20 Mal höhere Budget von Juventus im Vergleich zu Rapid spielt für ihn nur eine untergeordnete Rolle. "Das hat nichts mit Geld zu tun, es spielen immer elf gegen elf", meinte der 30-Jährige, der nach eigenen Angaben zwar einige Rapid-Spieler kennt, aber keine Namen nennen wollte, "denn das wäre nicht recht."

(apa)

26.9.2005 14:41