Montag, 26. September 2005

Tapfer gekämpft und trotzdem verloren: Rapid unterliegt gegen Juventus mit 3:0

  • Trezeguet, Mutu und Ibrahimovic erzielen die Treffer
  • Hütteldorfer bemüht, Turiner letztlich aber souverän

Von einem Debakel wie vor neun Jahren (0:5) war Rapid zwar entfernt, schließlich setzte es für den österreichischen Meister im Duell mit Juventus aber doch eine 0:3-Schlappe, wobei die Treffer Nummer zwei durch Mutu (82.) und drei durch Ibrahimovic (85.) erst im Finish fielen. "Juve ist krass überlegen, wir können den Ball nicht halten und sind vorne relativ harmlos", kommentierte Josef Hickersberger bereits zur Pause, in der die Gastgeber durch Trezeguet (27.) 1:0 führten, das Geschehen auf dem Spiel im Stadio delle Alpi.

Mit dem 0:3 verloren die Wiener nach dem Heim-0:1 gegen die Bayern auch ihr zweites Champions League-Gruppenspiel "zu Null" und haben somit auch in ihrem vierten Auswärtsmatch dieser Elite-Liga noch kein Tor geschossen. Bemerkenswert, dass Juve erst zum zweiten Mal seit fast zwei Jahren in diesem Bewerb mehr als einen Treffer erzielte, was auch nicht gerade für die Wiener spricht. Diese waren mit dem 0:1 vor Seitenwechsel gut bedient, hatten dann aber zwischen der 56. und 66. Minute ihre beste Phase, in der sie auch zu einigen (halben) Möglichkeiten vor allem durch den eingewechselten Lawaree kamen. Juve blieb aber zwischendurch (im Konter) immer gefährlich.

So vor allem in der 75. Minute, als del Piero für Ibrahimovic ideal auflegte, dieser jedoch an dem herausgelaufenen Payer scheiterte. Dieser parierte dann in der 80. Minute einen tollen Schuss von del Piero grandios, musste sich aber in der 82. Minute geschlagen geben. Der eingewechselte Mutu ließ bei einem Konter Korsos stehen und sein Schuss ins lange Eck (Payer war mit der Hand noch dran) saß - 2:0. Den Schlusspunkt setzte dann Ibrahimovic mit seinem ersten Saisontreffer nach Flanke von Nedved mit einem wohl etwas glücklichen Volley-Aufsetzer über Payer hinweg.

Juve beherrschte von Beginn an klar das Geschehen. Spielerisch und auch läuferisch klar besser, dominierten die Hausherren die Gäste mit ihrem Pressing, zeigte sich aber meist eher schlecht bei Schuss (Nedved, Ibrahimovic, Emerson). Die erste große Chance vergab Camoranesi aus 12 m (Außennetz), eher Trezeguet mit der zweiten erfolgreicher war. Hofmann verlor im Mittelfeld den Ball, Ibrahimovic schickte Zambrotta steil, dieser hob den Ball zu Trezeguet, der allein vor Payer diesem aus fünf Metern keine Chance ließ (27.) - 1:0. Den einzigen nennenswerten Angriff von Rapid schloss Akagündüz in der 11. Minute mit einem schlechten Schuss aus halbrechter Distanz über das Tor ab.

Lawaree (56.) leitete in der zweiten Hälfte die starke Rapid-Phase mit einem guten Schuss nach Pass von Hlinka (Abbiati parierte) ein. Dann zielten Hlinka (59.) und Hofmann (62.) zu hoch, fälschte Lawaree einen schlechten Schuss von Hofmann gefährlich ab (66.) und präfte Ivanschitz Abbiati in der 81. Minute. Die wirklich zwingende Chance war allerdings nicht dabei.

Die rund 1.500 Rapid-Fans unter den 11.000 im schwach besuchten Stadio Delle Alpi feuerten ihre Mannschaft unentwegt an und vergaßen bei ihren Sprechchören auch ihren Trainer nicht: "Hicke bleib bei uns!"

(apa)

26.9.2005 13:23