Freitag, 30. September 2005

Nach UEFA-Cup-Debakel: Austria und GAK schaffen Rehabilitation für Europacup-Aus

  • Wiener Veilchen erobern wieder Tabellenführung
  • Auch dem GAK gelingt der Anschluss an die Spitze

Die Sonntagspiele der 13. Runde der Fußball-Bundesliga haben die erwarteten Heimsiege der Favoriten gebracht: Die Austria setzte sich im Horr-Stadion gegen Mattersburg 3:0 (2:0) durch und damit wieder an die Tabellenspitze. Und der GAK feierte im Schwarzenegger-Stadion einen ebenso souveränen 4:1-(3:0)-Erfolg über Schlusslicht Admira. Damit rehabilitierte sich das Schachner-Team für das 0:5-Debakel im UEFA-Cup in Straßburg und verbesserte sich auf Platz vier.

Nach dem Europacup-Out kennt die Austria nur noch ein Ziel - den Meistertitel. Erneut war es das überragende Sturmduo Rushfeldt/Linz, dass die Wiener diesem Ziel drei Punkte näher schoss. Bereits in der dritten Minute erkämpfte sich Blanchard auf der linken Seite den Ball, flankte zur Mitte und eine Kopfballvorlage von ÖFB-Nationalspieler Linz verwertete Rushfeldt mit einem sehenswerten Volley.

Eine Viertelstunde später sorgte der Norweger nach Linz-Assist per Drehschuss nicht nur für die frühe Vorentscheidung, sondern beförderte sich mit seinem siebenten Saisontreffer an die Spitze der Schützenliste. Kurz zuvor war Schiedsrichter-Debütant Christian Klement (33), der den beim Aufwärmen von Kreislaufproblemen heimgesuchten Bernhard Brugger kurzfristig ersetzte, das erste und einzige Mal im Mittelpunkt gestanden, als er der Austria nach Foul von Patocka an Rushfeldt einen Elfmeter verwehrte (13.).

Keine Europacup-Müdigkeit bei Austria
Nichts war bei den ersatzgeschwächten Wienern von Europacup-Müdigkeit zu sehen. Linz hatte bei einem Schlenzer (22.) und nach Ratajczyk-Fehler völlig alleine vor Mattersburg-Goalie Borenitsch (45.) nach zwei Assists selbst noch zwei Mal das 3:0 auf dem Fuß, das Kiesenebner dann kurz nach Seitenwechsel nach mustergültiger Vorarbeit von Nastja Ceh besorgte.

Neben dem slowenischen Regisseur überzeugte zur Freude von Austria-Mäzen Frank Stronach auch der an Stelle des angeschlagenen Neo-Teamspielers Andreas Lasnik (Muskelprellung) von den Amateuren aufgerückte Christian Schragner auf der linken Mittelfeld-Seite. Der 22-Jährige hätte seine Leistung nach Blanchard-Fersler krönen können, scheiterte aber am Außennetz (65.).

Von den Mattersburgern, die in der Schlussphase nach Gelb-Rot für Pauschenwein (83.) mit zehn Mann auskommen mussten, war mit Ausnahme eines Kühbauer-Schusses (6.), eines Kulovits-Rollers (75.) und eines Beinahe-Eigentores von Austria-Youngster Metz in der Nachspielzeit wenig bis gar nichts zu sehen.

GAK gibt sich keine Blöße
Der GAK feierte im Schwarzenegger-Stadion einen souveränen 4:1-(3:0)-Heimsieg über den Tabellenletzten Admira und verbesserten sich damit auf Rang vier. Die Niederösterreicher liegen dagegen weiter sieben Punkte hinter Mattersburg abgeschlagen auf dem Abstiegsplatz.

"Es beginnt die gleiche Mannschaft wie in Straßburg. Meine Spieler können beweisen, dass sie besser sind, als sie es beim 0:5 in Straßburg gezeigt haben", erklärte GAK-Trainer Walter Schachner vor dem Anpfiff, warum dieselbe Elf wie bei der höchsten Europacup-Auswärtsniederlage der Klubgeschichte auflaufen durfte. Und seine Mannen nützten die Chance zur Rehabilitation, allerdings ohne wirklich zu glänzen.

Die erste große Chance im Spiel hatte aber Admira-Stürmer Roman Wallner, dessen Schuss knapp an der Stange vorbeistreifte (13.). Knappe zehn Minuten später hieß es jedoch 1:0 für den GAK durch Bazina, weil die Abwehr der Gäste schlief und Torhüter Miroslav Hyll, der gegenüber dem an einer Daumenverletzung laborierenden Standard-Schlussmann Mandl den Vorzug erhalten hatte, den klitschigen Ball auf dem durch den Dauerregen aufgeweichten Rasen nicht unter Kontrolle brachte (22.). Der Stürmer der Grazer nahm diese Einladung dankend an und erzielte sein sechstes Saisontor.

Admira patzt in der Defensive
Mit der Führung im Rücken taten sich die Hausherren gegen das Schlusslicht noch leichter, aber auch dem 2:0 ging ein schwerer Abwehrschnitzer der Niederösterreicher voraus. Plassnegger passte auf den völlig ungedeckten Kollmann, der Tormann Hyll aussteigen ließ und erfolgreich abschloss (27.). Wenig später hatte Admira-Innenverteidiger Eric Akoto die Riesenchance auf den Anschlusstreffer, sein Kopfball nach Wagner-Freistoß ging allerdings am Tor vorbei (29.).

Auf der Gegenseite vergab Kollmann zunächst nach einem schnellen Konter (41.), ehe eine Minute später doch die Vorentscheidung zu Gunsten des GAK fiel: Eine Freistoß-Flanke von Bazina passte genau ins lange Eck unter die Latte, wobei Admira-Tormann Hyll auch in dieser Situation alles andere als ein guter Rückhalt war (42.).

Nach dem Wechsel dominierten die Gastgeber zwar weiter das Geschehen, der erste Treffer in Hälfte zwei ging aber auf das Konto der Admiraner: Nach Pass des eingewechselten Mahir Saglik auf Roman Wallner, der die Latte traf, verwandelte der türkische "Joker" den Abpraller selbst aus kurzer Distanz zum Ehrentreffer (69.). Nach dem Gelb-Rot-Ausschluss des Admiraners Mohsen Faraji (78.), sorgte Andreas Lienhart für den 4:1-Endstand: Der eingewechselte 19-Jährige benötigte bei seinem Bundesliga-Debüt gerade einmal eine halbe Minute für seinen ersten Treffer (83.).

(apa/red)

30.9.2005 14:30