Montag, 26. September 2005

Auszeichnung für Renault-Fahrer: Welt- meister Alonso ist der "Fürst von Asturien"

  • Preis wird von Kronprinz Felipe im Oktober überreicht
  • Asturien feiert in wirtschaftlicher Krise seinen Held

Im Oktober wird Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso von Spaniens Kronprinz Felipe mit dem "Fürst von Asturien"-Preis in der Sparte Sport ausgezeichnet. Mit dem ersten WM-Titel eines Spaniers in der Königsklasse des Motorsports löste der Renault-Pilot in seiner Heimatprovinz aber derartige Begeisterungsstürme aus, dass er Felipe seinen Titel als "Fürst von Asturien", den er als spanischer Thronfolger traditionell trägt, beinahe streitig machen könnte. Da Felipe spanischer Kronprinz ("Principe de Asturias") ist, wird er - und damit auch der Preis - auf Deutsch gerne auch als "Prinz von Asturien" bezeichnet.

Im Alter von neun Jahren war Felipe der Adelstitel im asturischen Wallfahrtsort Covadonga verliehen worden, Alonso ist bereits 15 Jahre älter aber immer noch der jüngste Formel-1-Weltmeister der Geschichte. Covadonga - der Ort im asturischen Gebirge gilt seit dem Jahr 722 als Ausgangspunkt der spanischen Reconquista, als Nationalheld Pelayo als erster christlicher Herrscher die Mauren besiegte und sich später zum ersten König von Asturien krönte.

Der wichtigste spanische Ehrenpreis "Fürst von Asturien" (auch "Prinz von Asturien") wird jedoch in Alonsos Heimatstadt, der Provinzhauptstadt Oviedo, vergeben. Alonsos inzwischen pensionierter Vater Jose Luis war dort Sprengmeister, aber nicht wie in der Kohle- und Eisenindustrieregion Asturien üblich im Bergbau, sondern im Straßenbau. Vielleicht hat Sohn Fernando daher seine Begabung für das Rasen über die Asphalt-Pisten dieser Welt.

Auf alle Fälle gibt ihr neuer "Fürst" den Menschen des nordspanischen Fürstentums Freude und Hoffnung. Allzu viel hat der Großteil von ihnen ohnedies nicht davon. Das Wirtschaftswachstum war in den vergangenen Jahren zumeist niedriger als in den meisten anderen spanischen Regionen und in der EU, die traditionellen Industriezweige und die vorherrschende Grundstoffindustrie stecken zum Teil in der Krise.

Eine Krise, in der sich die Asturier schon 1934 wähnten. Damals gaben die hoffnungslosen, aber gut organisierten asturischen Bergarbeiter mit ihrem Aufstand gegen die zentralistische Regierung den Anstoß zu einer kleinen Revolution, waren später - während des Bürgerkriegs 1936 bis 39 und der Diktatur bis 1975 - Hauptträger des Widerstandes gegen das Franco-Regime. Nicht zuletzt deshalb dauerte es mit dem bis heute gültigen Autonomiestatut bis zum 11. Jänner 1982, mehr als sechs Jahre nach Francos Tod und dem Ende seines Regimes.

(apa/red)

26.9.2005 10:09
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