Montag, 26. September 2005

Enge Partie gegen Kroatien: Kapitän Muster erwartet Daviscup-Krimi und ein Tennis-Fest

  • Melzer und Knowle als Fixpunkte des Teams nominiert
  • Kroaten werden wohl mit Ljubicic und Ancic starten

Das Daviscup-Erstrunden-Duell Österreichs von 10.-12. Februar in Graz-Unterpremstätten gegen Kroatien verspricht ein Tennis-Fest zu werden. Für den Auftakt-Tag sind nur noch 1.000 der insgesamt 5.000 Tickets zu haben, an den heimischen Spielern liegt es nun, auch am Wochenende für eine volle Schwarzl-Halle zu sorgen. Mit der österreichischen Aufstellung lässt sich Kapitän Thomas Muster aber bis zuletzt Zeit.

Bei einer Pressekonferenz legte sich der ehemalige French-Open-Sieger nur darauf fest, dass Jürgen Melzer und Julian Knowle Fixpunkte im vierköpfigen Aufgebot sind. Außerdem nannte der 38-Jährige Stefan Koubek und Alexander Peya fristgerecht dem Internationalen Verband (ITF), womit Oliver Marach auf dem Papier auf der Strecke blieb. Doch der Steirer hat weiter die Chance auf einen Einsatz in seiner engeren Heimat.

Muster möchte nämlich noch die Trainingseindrücke auf sich wirken lassen, ehe er vor der Auslosung am Tag vor den ersten Partien seine Aufstellung bekannt gibt. Und da hat neben dem Stamm-Quartett auch Marach seine Chance.

Im österreichischen Lager wird gegen den aktuellen Daviscup-Sieger ein enges Match erwartet. Muster: "Ich glaube, es wird 3:2 oder 2:3 ausgehen. Der Heimvorteil - das Publikum und der langsame Sand - spricht für uns", erklärte der Steirer. "Da kommt es nicht nur auf Service-Volley an, sondern da muss man spielerisch mehr drauf haben." Der ehemalige Weltranglisten-Erste rechnet mit langen Rallies. "Man wird eine gute Kondition brauchen."

Kroaten bieten Ljubicic und Ancic auf
Der Leibnitzer möchte sich im Training vor allem von Koubek im Vergleich zu Marach ein Bild machen, Peya hat als Doppel-Alternative wohl bessere Karten auf einen Platz im Aufgebot. Bei den Kroaten erwartet Muster für die Partien das Parade-Duo Ivan Ljubicic und Mario Ancic, auch gemeinsam im Doppel. Dritter Gäste-Spieler ist Ivo Karlovic, außerdem steht der 17-jährige Marin Cilic im Kader.

Den Entschluss der Kroaten, Ljubicic als Playing-Captain zu nominieren, hält Muster für einen Vorteil der Österreicher. "Niki Pilic, der schon mehrere Daviscups gewonnen hat, und Goran Ivanisevic vorzugeben, ist sicher keine leichte Entscheidung. Ich glaube auch nicht, dass Ljubicic selbst auf der Bank sitzt und betreut, wenn er nicht spielt. Da wird es jemand anderen geben. Jedenfalls wird diese Situation sicher Druck auf Ljubicic ausüben."

Um gegen den favorisierten Gegner zu reüssieren, will Muster in der Vorbereitung auch Mental-Arbeit leisten. Denn die Jänner-Ergebnisse seiner Leute allein geben nicht unbedingt Grund zur Zuversicht. "Wir werden Gespräche über die Moral führen und versuchen, als Team zusammen zu halten." Bei Melzer verursacht zumindest die Wahl der Sand-Unterlage keine mentale Blockade: "Sand liegt mir ganz gut, so war ich ja in Hamburg 2004 im Viertelfinale."

Vorerst gilt es aber, sich nach den Hartplatz-Turnieren auf die neue Spielunterlage zu gewöhnen. Muster: "Da muss sich die ganze Muskulatur umstellen, muss man das Rutschen wieder üben und lange Ballwechsel trainieren." Für Melzer und Knowle hieß es zuletzt, sich auch zu akklimatisieren. Knowle: "Von den 40 Grad in Australien zu den Minus-Graden in Österreich war es schon ein riesiger Unterschied. Aber man gewöhnt sich an alles."

(apa/red)

26.9.2005 14:25