Donnerstag, 29. September 2005

Nachwirkungen von "Katrina" und "Rita": Millionen Bürger nach Hurrikans obdachlos!

  • Zig Opfer haben sich in Baton Rouge niedergelassen
  • Der Großteil der Leichen sind noch nicht identifiziert

Millionen Amerikaner haben durch die Hurrikans "Katrina" und "Rita" ihre Existenz verloren und leben im Land versprengt. Allein rund 1,3 Millionen Familien und Einzelpersonen wurden durch "Katrina" obdach- und heimatlos, wie die Zeitung "USA Today" unter Berufung auf die Behörde für Katastrophenmanagement (FEMA) berichtete. Die meisten Opfer - etwa drei Viertel - hätten sich in Baton Rouge (US-Bundesstaat Louisiana) und anderen Städten unweit von New Orleans niedergelassen.

Mindestens 34.000 Menschen seien aber mehr als 1.600 Kilometer von ihrer alten Heimat entfernt gelandet und versuchten, sich dort eine neue Existenz aufzubauen. Auch "Rita" raubte Zehntausenden die Bleibe. Genaue Angaben hatte die Behörde knapp eine Woche nach dem Zerstörungszug des Hurrikans aber noch nicht.

Viele Leichen noch nicht identifiziert
Auch fast fünf Wochen nach "Katrina" sind die meisten geborgenen Leichen noch nicht identifiziert. In einem provisorischen Leichenschauhaus in St. Gabriel seien beispielsweise erst 32 von fast 800 Toten eindeutig identifiziert worden, sagte der untersuchende Pathologe am Mittwoch. Bei einem Drittel der Leichen seien Anhaltspunkte für die Identifizierung vorhanden. Die Untersuchungen würden allerdings erschwert, weil die Leichen stark verwest und Angehörige oft nicht auffindbar seien. Insgesamt kamen durch beide Naturkatastrophen mehr als 1.100 Menschen ums Leben.

Die Zukunft des Footballstadions "Superdome" in New Orleans, in dem 40.000 "Katrina"-Flüchtlinge Zuflucht suchten und später in katastrophalen Bedingungen hausen mussten, ist weiter unklar. Ob das Stadion abgerissen oder renoviert wird, entscheide sich in den nächsten zwei Monaten sagte Tim Coulan, Vorsitzender der Betreibergesellschaft, dem Sender CNN. Der Sturm hatte Teile des Dachs des Gebäudes beschädigt.

Unterdessen hat "Katrina" auch skurrile Nachwirkungen: Eine Bank wurde zur Geldwäsche gezwungen. Dabei geht es aber nicht um kriminelle Machenschaften, sondern eine echte Säuberungsaktion. Mehr als fünf Milliarden Dollar (4,14 Mrd. Euro) in Banknoten seien im Gebäude der Hancock-Bank in Gulfport (US-Staat Mississippi) nass und schmutzig geworden, sagte der Geschäftsführer der "New York Times". Die Noten seien in Plastiksäcken in andere Filialen gebracht worden, wo Angestellte die Geldscheine nun in Waschmaschinen reinigen, in Wäschetrocknern trocknen - und bügeln. Die Aktion soll mindestens sechs Monate dauern. (apa/red)

29.9.2005 10:48