Sonntag, 2. Oktober 2005

Papst eröffnet katholische Bischofssynode: Drei Wochen Kirchendiskurs in Rom folgen

  • "Scheinheilige" Haltung zur Religion scharf kritisiert
  • Auch vier chinesische Bischöfe zu Treffen eingeladen

Mit einer feierlichen Messe im Petersdom hat Papst Benedikt XVI. die elfte katholische Weltbischofssynode eröffnet. In seiner Predigt kritisierte der Pontifex Maximus Bestrebungen, die Religion aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen. Eine Toleranz, die Gott als Privatmeinung zulasse und ihn gleichzeitig aus der "Realität dieser Welt und unseres Lebens" ausschließe, sei scheinheilig, sagte der Papst vor den versammelten Kirchenvertretern aus 118 Staaten.

Die Synode ist das erste Treffen dieser Art seit Beginn seines Pontifikats. Unter dem Vorsitz des Papstes werden mehr als 250 Bischöfe aus aller Welt drei Wochen lang über theologische Fragen beraten. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem Fragen der Eucharistie, des Gottesdienstes und der heiligen Kommunion. Debattiert werden soll auch darüber, wie auf das Problem der sinkenden Zahl der Kirchgänger in Europa und Nordamerika reagiert werden kann. Erstmals wird es allabendlich eine Stunde zur freien Debatte geben. Die Kirchenkonferenz endet am 23. Oktober.

Zu dem Treffen hatte Benedikt XVI. auch vier chinesische Bischöfe eingeladen. Diese erhielten von der Regierung in Peking jedoch keine Ausreisegenehmigung. Zwischen der Volksrepublik und dem Vatikan gibt es keine diplomatischen Beziehungen, da der Heilige Stuhl Taiwan anerkennt. Der Vatikan bemüht sich jedoch seit Jahren um eine Annäherung. (apa/red)

2.10.2005 13:25