Mittwoch, 28. September 2005

Exportverbot für britisches Rindfleisch wackelt: BSE-Fälle deutlich zurückgegangen

  • Kommissionsbericht stellt gute Fortschritte fest
  • Erster BSE-Fall in UK wurde bereits 1986 identifiziert

Das bisher geltende Exportverbot für britisches Rindfleisch könnte bald fallen. Das zuständige Amt der Europäischen Kommission hat einen dementsprechenden Bericht veröffentlicht, in dem es "zufrieden stellende Fortschritte" festgestellt hat, teilte ein Sprecher der Kommission in Brüssel mit. Damit seien die Bedingungen für die Aufhebung des Exportverbotes erfüllt, und es könnten nun Gespräche über das weitere Vorgehen aufgenommen werden.

Die EU hatte Großbritannien zwei Bedingungen für die Aufhebung des Embargos vorgegeben: die Häufigkeit von BSE-Fällen musste unter jährlich 200 Fälle pro Million Tiere fallen, und das Lebensmittelamt der Kommission musste einen "positiven" Bericht über die Situation im Land vorlegen. Die Erfüllung des ersten Kriteriums war bereits im Februar 2005 bestätigt worden. Mit dem jetzt präsentierte Bericht über eine Inspektion im Juni 2005 ist auch die zweite Hürde gefallen. Gesundheitskommissar Markos Kyprianou hat das Papier bereits als "positiv" für Großbritannien bewertet.

Ausfuhrverbot seit 1996
Das Exportverbot für Rind und Rindfleischprodukte aus Großbritannien war von der EU im März 1996 im Zuge der BSE-Krise verhängt worden. Die ersten Ausfuhrbeschränkungen für britische Rinder gehen sogar auf das Jahr 1989 zurück. Großbritannien konnte daher bisher nur in beschränktem Ausmaß und mit strengen Auflagen Rinder und Rindfleischprodukte ausführen.

Der erste Fall von BSE in Großbritannien war im Jahr 1986 identifiziert worden. Einen Höhepunkt erreichte die Seuche im Jahr 1992 mit 37.280 Fällen. Das 1996 eingeführte Verbot der Verfütterung von Tiermehl an Rinder hat nach Angaben der Kommission zu einem besonders starken Zurückgehen von BSE-Neuerkrankungen geführt. (apa)

28.9.2005 14:16