Dienstag, 27. September 2005

Nummer zwei der Al-Kaida im Irak getötet: Abu Azzam für 1.200 Tote verantwortlich

  • Bei Einsatz von US-Militärs in Bagdad aufgespürt
  • Azzam war Finanzier von Terror-Boss Al-Zarqawi

Irakische und amerikanische Soldaten haben einen der gefürchtetsten Terroristen getötet. Die Nummer Zwei der Al Kaida im Irak, Mohammed al Jwari alias Abu Azzam, sei nach einem Hinweis aus der Bevölkerung am Sonntag in einer Wohnung in Bagdad erschossen worden, teilte US-Militärsprecher Steve Boylan mit. "Die Sicherheitskräfte stürmten die Wohnung. Azzam ergab sich nicht und wurde daraufhin getötet."

"Es ist uns gelungen, die Nummer zwei von Al Kaida im Irak zu töten", sagte der nationale irakische Sicherheitsberater Mowaffaq al-Rubaie. Der Sicherheitsberater erklärte weiter, Azzam sei nach den Erkenntnissen der irakischen Regierung für zahlreiche Autobombenanschläge verantwortlich, bei denen 1.200 Einwohner Bagdads ums Leben gekommen seien. Die Tötung Azzams sei ein "großer Schlag". Auch das Pentagon bestätigte die Tötung. Eine US-Armeesprecherin, Michelle Lunato, sagte, er sei für die "jüngsten und blutigsten" Anschläge in Bagdad verantwortlich gewesen.

Azzam war einer der wichtigsten Helfer von Abu Musab al-Sarqawi, dem Chef der Al Kaida im Zweistromland. Azzam soll Zarqawi als Finanzier und religiöser Berater gedient haben. Die US-Streitkräfte hatten ein Kopfgeld von 50.000 Dollar (41.559 Euro) auf den "Emir" oder "Prinzen von Anbar" ausgesetzt, wie Azzam genannt wurde. Die westliche Provinz Anbar gehört zu den Hochburgen der Aufständischen.

Auf Al-Zarqawi selbst haben die USA ein Kopfgeld in Höhe von 25 Millionen Dollar ausgesetzt. Sarqawi wird im Euphrat-Tal vermutet, das sich nordwestlich von Bagdad bis zur syrischen Grenze erstreckt. Die US-Sicherheitskräfte starteten dort bereits mehrmals Offensiven, um den Rebellen-Anführer zu finden. In den vergangenen Monaten nahmen sie nach eigenen Angaben mehrere wichtige Helfer Al-Sarqawis fest.

Bei einem Selbstmordanschlag in Baquba (Bakuba), 65 Kilometer nordöstlich von Bagdad, wurden mindestens neun Menschen getötet. 28 wurden verletzt, berichteten Krankenhausärzte. Der Selbstmordattentäter habe sich in einem Polizeigebäude in die Luft gesprengt, in dem Bewerber gerade Formulare zur Aufnahme in die Schnelle Eingreiftruppe der irakischen Polizei ausfüllten, teilte der örtliche Polizeichef mit. In Iskanderiya, südlich der irakischen Hauptstadt, starb ein Selbstmordattentäter, als er mitten auf einem Markt eine Autobombe zündete. Dabei wurden sechs Menschen verletzt. Außer dem Täter starb niemand, weil laut Polizei ein Teil der Sprengladung in dem Auto nicht explodierte. (apa/red)

27.9.2005 10:05