Hart, aber fair: Klasnic und Voves mit Shakehands nach harter TV-Diskussion
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Klasnic für "Miteinander", SP-Voves will "Chance"
In dem direkten TV-Duell des ORF Steiermark zwischen Waltraud Klasnic (V) und Franz Voves (S) wurden im Wesentlichen die bisherigen Positionen bekräftigt. Die Frage, wer der bessere Landeshauptmann sei, beantwortete Herausforderer Voves mit: "Die VP ist nach 60 Jahren ablösungsreif, Klasnic hat gewaltige Führungsschwächen gezeigt." Er komme aus der Wirtschaft und habe Führungsqualität gepaart mit sozialer Einstellung. Klasnic entgegnete, sie habe über zehn Jahre gezeigt, dass "ich es kann" und Führungsverantwortung wahrgenommen. "Dieser weiß-grüne Weg hat gut getan, obwohl natürlich das eine oder andere zu verbessern ist."
Voves begann offensiv und sprach zu Beginn der Diskussion am Donnerstagabend von einem "schmutzigen Wahlkampf". Zu Klasnic: "Sie lassen zu, dass einige ihrer Bürgermeister glatte Lügen verbreiten, dass ich den Gemeinden 50 Prozent der Kommunalsteuer nehme". Klasnic zeigte sich überraschend angriffslustig und parierte: "Ich lade sie ein, sich mit uns nach 3. Oktober zusammen zu setzen, ein Paket zu schnüren und den Erfolgsweg fortzusetzen".
"Das Miteinander, das ich gepflegt habe, hat diesem Land von Beginn an gut getan", betonte Klasnic. Auf die Frage des Moderators, ob die VP in einer Krise stecke, sagte die VP-Chefin: "Ich lebe in keiner Krise, sondern in einem Zustand der Freude. Der Abend des 2. Oktober wird zeigen, was Vertrauen bedeutet."
Klasnic beschwor die Zusammenarbeit mit der SPÖ in der Regierung: "Wir haben zusammen vieles erreicht". Der SP-Chef hielt ihr wiederum vor, für den "Stillstand in der Steiermark" verantwortlich zu sein. Klasnic konterte, vieles sei in Gang gekommen: "Alles neue Projekte, Spielberg, ATB." Voves: "Das sind bisher nur Absichtserklärungen. Und ihre 97 Prozent Einstimmigkeit in der Landesregierung sind Routinebeschlüsse, die wesentlichen wurden nicht gemeinsam gefasst". Außerdem habe sie Budgetvereinbarungen gebrochen. Klasnic zu Voves' Lieblingsprojekt: "Ihre Holding würde in dieser Form dem Land nicht gut tun". Sie hingegen habe beim Bundesheer "bestens verhandelt" und das neue Superkommando nach Graz geholt.
Neben Herberstein war auch der Semmeringbasistunnel (SBT) Thema. Klasnic zeigte sich gewiss: "Der SBT kommt." Voves ortete hingegen eine Verschleppung durch das Zurückziehen des alten Projekts: "Ich habe das Gefühl, dass wir beide nicht mehr durch den Tunnel fahren werden". Klasnic: "Ich habe eine gute Lebenserwartung. Ich lade sie ein, wir werden gemeinsam durchfahren."
In Bezug auf die mögliche Verkleinerung von Landtag und Landesregierung nannte der SPÖ-Herausforderer sein Projekt der "Steiermark der Regionen": Daraus würden sich auch Verwaltungsfragen lösen und eine Reduktion in der Regierung ergeben. Klasnic favorisierte wiederum ihr Konzept von den so genannten "kleinregionalen Zentren". Die recht lebhaft geführte Diskussion fand auf Aufforderung des Moderators einen versöhnlichen Ausklang: Händeschütteln vor laufenden Kameras.
(apa)
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