Donnerstag, 29. September 2005

Einstimmung mit "Kernöl-Pop": FPÖ schießt im steirischen Wahlkampf wieder scharf

  • Freiheitliche sehen sich auf dem "rechten Weg"

Mit zünftiger steirischer Volksmusik und echtem "Kernöl-Pop" hat sich die FPÖ auf die steirische Landtagswahl eingestimmt. Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache und Landesparteichef Leopold Schöggl machten bei der wegen Regens vom Grazer Hauptplatz in das Bierlokal Gösserbräu verlegten Wahlkampf-Abschlussveranstaltung ihren Anhängern Mut für den kommenden Sonntag.

Schöggl betonte, dass sich die FPÖ "zurückgemeldet" habe. "Die Freiheitlichen sind im Aufwind." Und für Strache hat die Steiermark "eine freiheitliche Zukunft". Der Bundesparteichef ging in seinem Optimismus noch ein paar Schritte weiter: Die FPÖ werde in allen neun Landtagen vertreten sein.

Inhaltlich ließen beide unter kräftigem Beifall ihrer Anhänger keinen Zweifel an der Positionierung der FPÖ: "Der rechte Weg ist der richtige Weg", formulierte es Schöggl und stellte klar: "Ich bin kein Ausländerfeind, aber ich bin ein Inländerfreund." Ganz ähnlich die Wortwahl Straches: "Wir sind keine Ausländerfeinde, aber es sind zu viele ins Land gelassen worden und oft auch die Falschen." Jede Asylwerberfamilie bekomme mehr an Zuwendungen als österreichische Familien. Die eigenen Leute würden "mit einem Bettel abgespeist".

Kritisch setzte sich Strache auch mit der EU auseinander. Wenn die Europäische Union weiter den falschen Weg gehe, dann müsse man überlegen, ob man nicht eine Initiative "raus aus der EU" ergreifen solle, drohte der FPÖ-Chef. Er plädierte jedenfalls für einen europäischen Staatenbund und gegen einen Bundesstaat nach US-Vorbild.

An den politischen Gegnern ließen beide naturgemäß kein gutes Haar: Vor allen die von der FPÖ abgesplitterten Orangen sowie die ÖVP bekamen ihr Fett ab. Für Schöggl sind die Orangen nur eine "Splittergruppe" und Strache warf dem BZÖ vor: "Unsere Vorgänger haben uns verraten und verkauft." Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (V) sei die Führung entglitten. "Die Zeit der Frau Landeshauptmann ist abgelaufen", sagte Schöggl. "Die Sauce ist so schwarz wie ein Tintenfischragout" und da gehört für Schöggl auch Listenführer Gerhard Hirschmann dazu. Zum Frontalangriff auf die ÖVP ging dann Strache über. Er sprach von "Falotten und Gaunern", die sich "bereichert" hätten, etwa bei Herberstein oder EStAG. SPÖ-Chef Franz Voves wurde von Schöggl als "Sozialschmarotzer" und als "Luxussozialist" hingestellt. Bei den Grünen dürfe man alles sein, nur kein Inländer - dann müsse man sich hinten anstellen, hieß es.

(apa)

29.9.2005 18:09