Parteien auf "Last Minute Voters"-Fang: SPÖ setzt jetzt verstärkt auf Hausbesuche
- Partei habe Aufholbedarf in der Kommunikation
- ÖVP beklagt sich: Schmutzkübelkampagne artet aus
Die SPÖ will im steirischen Wahlkampf-Finale noch einen Zahn zulegen. Landesgeschäftsführer Hans Marcher und Klubobmann Walter Kröpfl kündigten an, dass die Funktionäre verstärkt Hausbesuche machen und das persönliche Gespräch suchen werden. Insgesamt wollen die SPÖ-Funktionäre bis zum Sonntag allein in Graz 20.000 der insgesamt etwa 105.000 Haushalte besucht haben. Am Wahlsonntag werde es auch in verschiedenen Gemeinden wieder ein Gratis-Frühstück für die Wähler geben.
Marcher gestand zu, dass die SPÖ "in bestimmten Bereichen Aufholbedarf in der Kommunikation" habe. Er zeigte sich zwar zuversichtlich für den Sonntag, "aber wir müssen mobilisieren bis zur letzten Minute". Die so genannten "Last Minute Voters" werden nach Ansicht des SPÖ-Wahlkampfmanagers wahlentscheidend sein. Deren Bandbreite schätzt er auf sieben bis zehn Prozent.
Der SPÖ-Geschäftsführer geht davon aus, dass die KPÖ der ÖVP mehr schaden wird als der SPÖ. Ernest Kaltenegger punkte vor allem mit christlichen Botschaften.
Der ÖVP warfen die beiden SPÖ-Politiker vor, dass deren "Schmutzkübelkampagne" immer mehr ausarte. Marcher zitierte auch Briefen von ÖVP-Bürgermeistern, in denen die Bürger verunsichert würden. Als Beispiel nannte er den Bürgermeister im obersteirischen Seckau, wo auf offiziellem Gemeindepapier gemeinsam mit den Wahlkarten ein Wahlaufruf für Landeshauptfrau Waltraud Klasnic verschickt worden sei. Ein anderer Bürgermeister habe seinen Bürgern geschrieben, dass bei einem Landeshauptmann Franz Voves verschiedene Gebührenerhöhung drohen würden. Das sei "Angstmache", die die Steiermark nicht notwendig habe. (apa/red)
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