Wahlkampf-Resümee: Im Jahr 2000 war in der Steiermark alles vollkommen anders!
- Andere Rollenverteilung bei Themen, Strategien & Stil
·Steiermark-Wahl: Klarer Sieg für SPÖ!
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mit Auswirkung auf Bund?
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Wie geht die Wahl in
der "Grünen Mark" aus?
Bundespolitische Themen im Mittelpunkt, kaum Schützenhilfe der Bundesspitzen, so gut wie keine Eklats und persönliche Untergriffe - so lautete bei der letzten Steiermark-Wahl anno 2000 ein Wahlkampf-Resümee. Gegensätzlicher könnte der Rückblick 2005 gar nicht ausfallen: Die ÖVP bietet alle Kräfte auf und zieht mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel voran durch das Land, die anderen Parteien stehen kaum nach, Sachthemen stehen hinter Emotion und Sympathie zurück, die Einschätzung vom "schmutzigsten Wahlkampf aller Zeiten" ist keine Einzelmeinung.
"Durch die Bank dominierten in der Wahlauseinandersetzung Bundesthemen", bilanzierte die APA 2000 knapp vor dem Wahlgang. Während die SPÖ mit Peter Schachner-Blazizek ihre Strategie darauf auslegte, der schwarz-blauen Regierung "Schüssel I" die "Rote Karte" zu zeigen und die Auswirkungen der Bundespolitik in düsteren Farben malte, war Waltraud Klasnics ÖVP bemüht, eigene Themen zu platzieren und auf Distanz zu Wien zu gehen. Die Einsparungen der Regierung - die Diskussion über die Einführung von Studiengebühren erreichte gerade ihren Höhepunkt - waren der wahlkämpfenden Steirer-VP naturgemäß nicht sehr gelegen gekommen. So versuchte man damals - wie übrigens heute auch -, Positiv-Themen wie die Steiermark als sicherstes Land und als prosperierender Wirtschaftsstandort zu transportieren.
Augenfälliger Unterschied der VP-Wahlkämpfe 2000 - 2005: "Auf Hilfe der Bundespartei verzichtete man fast demonstrativ." Es handle sich um eine "innersteirische Entscheidung", hieß es vor fünf Jahren. Heuer lag es auf der Hand, warum das gesamte ÖVP-Regierungsteam in der Grünen Mark seit Wochen dauerpräsent ist. Wie übrigens alle Parteien - die KPÖ und die Liste Hirschmann ausgenommen - auch, was die der Landtagswahl diesmal beigemessene überregionale Bedeutung unterstreicht.
Während 2005 die ÖVP im Finale einen Schwenk vom Personen- zum Lagerwahlkampf machte und das bürgerliche Lager mit der Warnung vor Rot-Rot aus der Reserve und zu den Wahlurnen locken wollte, war es 2000 die SPÖ, die einen Schwenk vollzog: Weg von der "Roten Karte", die man der schwarz-blauen Koalition entgegenhielt, hin zu positiv besetzten Bildern mit dem solidarischen Appell: "Wir halten zu Euch". Eher im Hintergrund mühte sich anno dazumal eine KPÖ (ohne Ernest Kaltenegger): Deren Slogan "Auf keinen Menschen vergessen" überzeugte letztlich nur 1,03 Prozent der Wählerinnen und Wähler.
Auch 2000 gab es übrigens eine Affäre, die sich allerdings im Lichte des Affären-Stakkatos von 2005 geradezu als längst vergessene Randnotiz ausnimmt: Grazer SPÖ-Funktionäre waren unter Missbrauch von Wählerlisten zur Einschätzung der politischen Haltung ihrer Nachbarn aufgefordert worden, die Landesspitze wollte die Angelegenheit an die Stadtpartei weiterspielen. Unterm Strich lautete die APA-Diagnose zum Wahlkampf 2000: "Eklats und persönliche Untergriffe gegen die politische Gegnerschaft bleiben wohltuend aus." (apa)
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