Dienstag, 27. September 2005

Koalitionsangebot von Hirschmann: "Eine erneuerte ÖVP wäre erster Ansprechpartner"

  • Wunsch nach ÖVP, "wie sie unter Josef Krainer war"
  • Für "mehr Erwin Pröll, weniger Waltraud Klasnic"

Gerhard Hirschmann hat Optimismus für die steirische Landtagswahl am Sonntag versprüht und gleichzeitig erkennen lassen, dass sein Herz nach wie vor auch für die ÖVP schlägt. Als Ziel für seine Liste formulierte er in einer Pressekonferenz, das Land auf die Überholspur zu bringen und "die ÖVP von außen zu erneuern". Er wünsche sich eine steirische ÖVP, "wie sie unter Josef Krainer war".

Erster Ansprechpartner seiner Liste nach der Wahl werde die steirische ÖVP sein, aber mit einer "erneuerten Spitze". Was das konkret bedeute, wollte Hirschmann nicht verraten, er betonte aber, dass er Waltraud Klasnic "mit Sicherheit nicht" zur Landeshauptfrau wählen werde.

Bei der Landeshauptmann-Wahl gehe es darum, für ein "Ende des Stillstandes und des Desasters" zu sorgen. Die Landespolitik müsse für eine starke Vertretung in Wien sorgen. Mit der Formel "mehr Erwin Pröll, weniger Klasnic" versuchte Hirschmann den niederösterreichischen Landeshauptmann als positives Beispiel darzustellen, wie man in Wien für sein Land mehr herausholen könne.

Ob nun ÖVP oder SPÖ stimmenstärkste Partei am Sonntag werden, ist nach Ansicht Hirschmanns nicht so wichtig, weil "der Erste wird sich eine Mehrheit suchen müssen". Bei einer Verteilung von 4:4:1 in der Landesregierung sei der dritte Platz entscheidend. Und hier warnte Hirschmann davor, dass KPÖ-Spitzenkandidat Ernest Kaltenegger als "Apostel des Stillstandes" in die Landesregierung einziehen könnte. Dabei gehe es nicht darum, dass man sich vor dem Kommunismus fürchte, sondern dass Kaltenegger dem Land wirtschaftlich schaden würde.

Trotz der für ihn enttäuschenden Umfragen gibt sich Hirschmann weiter zuversichtlich: Seine Liste werde "mit Sicherheit" am Sonntag "mit zwei anderen Parteien um Platz drei rittern". Heftige Kritik übte er in diesem Zusammenhang an OGM-Chef Wolfgang Bachmayer, dem er vorwarf als Chefberater der steirischen ÖVP mit seinen Umfragen als "Meinungsmacher" zu agieren. Hirschmann-Listenzweiter Franz Marhold kündigte dazu in seiner Funktion als ORF-Stiftungsrat an, eine Initiative zur Schaffung von Qualitätskriterien für die Veröffentlichung von Meinungsumfragen im ORF zu starten.

Die von der ÖVP gegen seine Person geführten Angriffe hätten ihn persönlich enorm belastet, gestand Hirschmann. Diese seien aus der unmittelbaren Umgebung Klasnics gekommen. Sie seien "so menschenverachtend und widerlich" gewesen, "dass sich die Menschen ihren Reim darauf machen werden". Bei sich selbst kann Hirschmann keine Fehler erkennen: Von den 291.000 Euro EStAG-Abfertigung habe er keinen Cent persönlich genommen, von den aus dem Umfeld der ÖVP angebotenen 1,5 Mio. Euro und den in Aussicht gestellten Aufträgen auch nicht: "Ich kann mich in den Spiegel schauen." (apa/red)

27.9.2005 12:16