VP macht gegen 'Rot-Rot' in der Steiermark mobil: Grillitsch warnt vor Albtraumhochzeit
- Amon: 'Man müsse sich international für KP schämen'
- KP beschwert sich über 'Anti-Kaltenegger-Wahlkampf'
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Die ÖVP hat auch zwei ihrer großen Bünde aufgeboten, um vor den Folgen einer "rot-roten" Koalition in der Steiermark zu warnen. Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch bezeichnete eine mögliche Zusammenarbeit von SPÖ und KPÖ als "Albtraumhochzeit" und ÖAAB-Generalsekretär Werner Amon meinte, mit einem KPÖ-Landesrat müsste sich das Land auch international "schämen". Davor müsste eigentlich "ein Aufschrei durchs Land gehen". Die KPÖ wird sich gegen den "Schmutzkübelwahlkampf" beim Wahlkampf-Schiedsgericht anrufen.
KPÖ-Spitzenkandidat Ernest Kaltenegger wirke zwar "bieder", meinte Grillitsch, aber man müsse die Besitzer von Eigenheimen und Eigentumswohnungen sowie die Grundbesitzer darüber informieren, dass er die Eigentumsrechte beschneiden wolle. Amon ergänzte, dass neben der Enteignung, auch die Abschaffung der Sozialpartnerschaft und der EU-Austritt Teile des KPÖ-Programmes seien. Der ÖAAB-Generalsekretär findet es "skurril", dass man das Kaltenegger "durchgehen lässt", während auf der anderen Seite die realen Daten mit den positiven Wirtschaftsleistungen der Steiermark kein Gehör fänden.
Grillitsch warnte davor, dass ein SPÖ-Sieg auch den Bauern herbe Einbußen bringen könnte. Der Bauernbund-Präsident sagte, dass die Salzburger SPÖ-Landeshauptfrau Gabi Burgstaller den Bauern "enorme Belastungen" zugemutet habe und ihnen "auf einen Schlag" 1.500 Euro pro Jahr "weggenommen" habe. Zudem habe SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer die Forderung des britischen Premiers Tony Blair nach einer Kürzung des Landwirtschaftsbudgets um 50 Prozent unterstützt. Wenn das alles Vorbild für den steirischen SPÖ-Vorsitzenden Franz Voves sei, "dann gute Nacht", malte Grillitsch schwarz.
Die positiven Umfrage-Daten für Kaltenegger sehen die beiden Steirer Grillitsch und Amon u.a. als Ausfluss der "Schlammschlacht", die in diesem Wahlkampf geführt wurde. Die Wähler hätten sich nach jemandem gesehnt, der "unangepatzt" sei. Zudem habe der KPÖ-Spitzenkandidat die latenten Globalisierungsängste der Menschen angesprochen.
Amon wandte sich "mit einer Bitte" an die Wähler: ÖVP-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic habe trotz der Skandale, den Kopf nicht in den Sand gesteckt, sondern habe die Dinge sehr offensiv in Angriff genommen. Wenn jemand "charakterlich" so mit Problemen umgehe, dann habe er es sich verdient, wiedergewählt zu werden. Grillitsch zeigte sich denn auch zuversichtlich: "Die Stimmung steigt, die Leute wissen, es geht ums Leiberl."
KPÖ beschwert sich über "Anti-Kaltenegger-Wahlkampf"
Die KPÖ wirft der steirischen Volkspartei vor, das im Juli geschlossene Fairnessabkommen zu brechen. Wie es in einer Aussendung von Parteivorsitzendem Franz Stephan Parteder hieß, würde seit 14 Tagen gegen Spitzenkandidaten Ernest Kaltenegger ein "Schmutzkübelwahlkampf" geführt, der "jeden Anstand vermissen" lasse.
In dem Fairnessübereinkommen hätte man sich verpflichtet, "den Wahlkampf ausschließlich auf sachlicher Ebene zu führen". Daran habe sich die KPÖ gehalten. Nicht so die ÖVP, so Franz Stephan Parteder. "Statt unsere politischen Vorstellungen für die Steiermark zu kritisieren, ist man anscheinend in eine Zeitmaschine gestiegen und mit der Argumentationsweise in die Zeit des Kalten Krieges und der 'Roten Katze' zurückgekehrt."
Aussagen von mehreren VP-Spitzenpolitikern werden als Beleg angeführt. Stadtrat Kaltenegger sei seit fast 25 Jahren Mandatar und habe nie Anlass gegeben, an seiner demokratischen Gesinnung zu zweifeln. "Von jedem Wahlkampf-Schiedsgericht müsste diese ÖVP schwer verurteilt werden", ist Parteder überzeugt. Dennoch werde man "nicht mit gleicher Münze zurückzahlen" und stelle lediglich fest, "dass der steirischen VP jede Vision für eine bessere Gestaltung unseres Bundeslandes fehlt." (apa/red)
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