Samstag, 1. Oktober 2005

Verlockendes "Hütchenspiel" ist verboten: Strenge Maßnahmen in Wien greifen bereits

  • Hohe Geldstrafen von bis zu 7.000 Euro angedroht

Das ab jetzt in Wien geltende Verbot der illegalen "Hütchenspiele" greift. "Uns sind keinerlei Klagen bekannt, wir mussten nicht einschreiten", sagte ein Sprecher der Wiener Polizei. Und auch beim APA-Lokalaugenschein auf der Mariahilfer Straße wurde klar: Das durch eine Novelle im Wiener Veranstaltungsgesetz verbotene "Glücksspiel" ist aus dem Straßenbild verschwunden.

"Heute habe ich noch keine Hütchenspieler gesehen", sagte eine Trafikantin von der Mariahilfer Straße und schickte ein "Gott sei Dank" nach. Ein Kunde, der einen Lotto-Schein löste, bestätigte den Eindruck: "Sie sind offensichtlich weg."

Das Verbot wurde durch den Ministerrat abgesegnet und jetzt endgültig in Kraft getreten. Bei Zuwiderhandeln drohen Geldstrafen von bis zu 7.000 Euro. Bei dem Spiel wurden Passanten dazu verlockt, ihr Geld - 50 Euro und mehr - auf einen von meist drei rasch bewegten Behältern zu setzen, unter dem sich ein Gegenstand befindet.

Organisierte "Hütchenspieler-Banden" suggerierten den Vorbeiströmenden, dass man einfach nur hinsehen müsse, um zu erraten, unter welchem Hut sich der Gegenstand befinde. "In Wahrheit ist das Ganze aber ein abgekartetes Spiel", sagte ein Polizeibeamter.

Auf der Mariahilfer Straße waren die "Hütchenspieler" im Sommer in 50-Meter-Abständen anzutreffen. "Es war eine richtige Plage", klagte damals ein Geschäftsinhaber. Jetzt ist der Spuk vorbei.

1.10.2005 15:59