Freitag, 30. September 2005

Zehn Jahre Kardinal Christoph Schönborn: Erzdiözese Wien feierte das runde Jubiläum

  • Schönborn trat 1995 das Amt in der Hauptstadt an
  • "Fest der Eucharistie" im Stephansdom gefeiert

Die Erzdiözese Wien hat das Zehn-Jahres-Jubiläum von Kardinal Christoph Schönborn als Erzbischof von Wien gefeiert. Im Rahmen der Feier wurde auch der Abschluss des noch von Johannes Paul II. proklamierten weltweiten "Jahres der Eucharistie" begangen. Kardinal Schönborn sprach sich für eine Kirche aus, die ihre Sendung so verstehe wie Jesus, berichtete die Kathpress.

Schönborn hatte 1995 bewusst den 1. Oktober - das Fest der Heiligen Therese von Lisieux - als Tag seiner Amtseinführung gewählt, weil er seine Tätigkeit in das Zeichen dieser "Heiligen des kleinen Weges" setzen wollte. Der Stephansdom war am Samstagnachmittag bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch der scheidende Apostolische Nuntius, Erzbischof Georg Zur, war anwesend.

Generalvikar Franz Schuster betonte beim Gottesdienst den Wunsch, dass Kardinal Schönborn "noch lange" Hirt der Erzdiözese Wien sein möge: "Mutig vorangehend, manchmal mitten im Gewühl und Gedränge, und manchmal auch dort, wo er besonders gerne ist: Am Rand der Herde, dort, wo die sind, die nicht mehr mitkönnen oder mitwollen". Auf diese Weise ermutige der Kardinal die Erzdiözese Wien, als "missionarische Kirche zu leben".

Die zehn Jahre seit dem Amtsantritt von Erzbischof Schönborn seien als "intensives Ringen" um eine zentrale Frage zu verstehen: "Wie können wir als Kirche zugewandt zur Welt und offen für unsere Zeit leben, aber gleichzeitig der Versuchung widerstehen, nur das zu sagen und zu tun, wofür wir uns der Zustimmung und des Lobes aller sicher sein können?".

Als gemeinsames Geschenk der Erzdiözese und des Domkapitels überreichte Weihbischof Helmut Krätzl dem Kardinal einen neuen Bischofsstab, ein Werk des Bildhauers Prof. Oskar Höfinger. Das Geschenk von "Klerus und Volk" an den Kardinal sei Zeichen der "erneuerten Anerkennung seines Leitungsamtes", aber auch der Mitverantwortung, betonte Weihbischof Krätzl. Der Hirtendienst des Kardinals möge vielen Menschen "Halt und Stütze" geben.

Zuvor hatte die Präsidentin der Katholischen Aktion (KA) der Erzdiözese Wien, Christa Buzzi, daran erinnert, dass in den vergangenen zehn Jahren durch Kardinal Schönborns "konsequenten Weg der kleinen Schritte" viel Vertrauen gewachsen sei. Kardinal Schönborn sei "ein Wiener" geworden, er habe die Kirche mit missionarischen Initiativen in eine neue Öffentlichkeit geführt. (apa/red)

30.9.2005 11:06